15. Januar 2026

...obwohl wir ihm sagten, dass dies nicht nötig sei

Die heutige Tour ging durch Witten, Wetter und Hagen.

Als wir durch Witten fuhren, fiel uns zunächst die Absurdität der Situation auf: Während wir an einem Fitnessstudio vorbeikamen, in dem zahlreiche Menschen – noch motiviert von ihren Neujahrsvorsätzen – trainierten, hielten wir nur wenige Straßen weiter Ausschau nach einem Mann, der sich unweit des Trubels ein kleines Lager aufgebaut hatte. Leider trafen wir ihn dort nicht an.

Sowohl in Witten als auch in Wetter war insgesamt wenig los, und wir begegneten dort kaum bedürftigen Personen. Spätestens am Hauptbahnhof in Hagen konnten wir jedoch mehreren Menschen helfen, die dort bereits auf uns warteten. Wir versorgten sie mit Terrinen, Kleidung, Süßigkeiten und dem begehrten Karamellkaffee.

Am Hauptbahnhof begegneten wir außerdem einem Mann, der aktuell noch nicht obdachlos ist, jedoch Angst hat, es bald zu sein. Er sprach uns an, lobte unsere Arbeit sehr und bestand darauf, uns fünf Euro zu spenden – obwohl wir ihm sagten, dass dies nicht nötig sei. In einem kurzen Gespräch erzählte er von seinem Minijob und brachte seine Situation mit einem humorvollen Vergleich auf den Punkt: Einen neuen Job zu suchen, obwohl er mit seinem jetzigen zufrieden ist, wäre so, als würde er eine Verabredung mit mir eingehen, obwohl er eigentlich noch eine Frau hat. Eine amüsante und zugleich sehr liebe Aussage.

Da Steffi und ich heute zum ersten Mal gemeinsam unterwegs waren, hatten wir auf der insgesamt ruhigen Tour genügend Zeit, uns auszutauschen und besser kennenzulernen.

Haltet die Augen auf!

Steffi und Carina

Das Lichtschmiede e. V. Team