16. Januar 2026
Ein Vertrauensverhältnis auf Augenhöhe
Unsere Tour führte uns zunächst nach Vohwinkel, wo wir heute aber niemanden antrafen.
Auf unserem weiteren Weg besuchten wir einen Straßenmenschen an seinem angestammten Schlafplatz. Auf dem Pfad zu seinem Lager huschten zahlreiche Ratten über den Boden.
Als wir ihn darauf ansprachen, reagierte er gelassen: "Ja, klar", meinte er, "wie immer im Winter. Aber sie lassen mich in Ruhe." Wichtiger als alles andere ist für ihn, dass sein Schlafplatz versteckt liegt und einigermaßen Schutz vor Wind und Wetter bietet.
In der Innenstadt kamen sehr viele obdachlose und bedürftige Menschen an unseren Wagen. Eine junge Frau freute sich über ein paar Socken und neue Schuhe. Ihre alten waren durchlöchert, die Sohle hatte sich gelöst. Unvorstellbar, dass sie darin noch gelaufen war. "Jetzt wasche ich erst einmal die Füße und dann ziehe ich die Socken und Schuhe an. Dann bin ich ein neuer Mensch", rief sie glücklich.
Ein anderer hatte seit ein paar Tagen einen "Job" in einem Kiosk. Er schämte sich für seine abgewetzte Kleidung, die er seit Monaten trug. Er hatte keine andere. "Was sollen die Kunden von mir denken?" Wir konnten ihm mit einem Pullover und einer Jacke helfen.
Wir arbeiteten Hand in Hand und gaben Unmengen an Terrinen, Kaffee, Tee, Wasser, Hygieneartikeln, Süßigkeiten aus. Aber alles verlief entspannt. Wir konnten trotzdem viele Gespräche führen und haben viel miteinander gelacht.
Auch das ist Teil unserer Arbeit und macht sie so wertvoll, trotz der schwierigen Lebensumstände in denen sich die Menschen ohne Obdach befinden. Das gemeinsame Lachen hilft, den schweren Alltag zumindest kurz in den Hintergrund zu rücken.
Auf dem Rückweg unterhielten wir uns noch über den ein oder anderen Bekannten. Durch die regelmäßigen und verlässlichen Touren unseres Vereins, haben wir zu vielen ein Vetrauensverhältnis auf Augenhöhe aufgebaut und das ist für beide Seiten ein Gewinn.
Passt gut auf euch auf.
Sabine und Monika
vom Team Lichtschmiede e. V.