04. September 2026
Der Lichtschmiede-Tag
Unser Verein „Lichtschmiede e. V.“ feierte an diesem Tag sein 5-jähriges Jubiläum – mit vielen geladenen Gästen und Menschen, die spontan vorbeikamen.
Fünf Jahre, das sind geschätzte 1.000 Touren, und auch an diesem besonderen Tag ging es natürlich abends raus auf die Straße.
Unser Weg führte uns zunächst zu unserem Zeltbewohner. Eine Terrine, ein Kaffee, Haribos... Ein wöchentliches Ritual, das er immer sichtlich genießt.
Seine Nachbarn, ebenfalls Zeltbewohner, waren nicht zu Hause und so fuhren wir weiter in die Innenstadt.
Hier trafen wir zwar einige Bekannte an und konnten sie mit dem, was sie brauchten, versorgen, aber insgesamt war es ruhiger als sonst. Vielleicht lag es daran, dass es bis zum Abend noch geregnet hatte und viele irgendwo Unterschlupf gesucht hatten.
Sogar am Bahnhof herrschte heute, statt des üblichen großen Andrangs, mehr ein gemütliches Eintrudeln. Das gab uns, neben der Ausgabe von benötigten Dingen, Zeit für Gespräche.
Auch der alte Bekannte, der nicht gut genug auf seinen Schlafsack aufpasst, kam irgendwann an unseren Wagen. Er hatte schon seit ein paar Wochen wohlweislich nicht mehr nach einem Schlafsack gefragt. Aber heute ... Nachdem er uns versichert hatte, ihn tagsüber nicht mehr im offenen Schließfach im Bahnhof zu verstauen, gaben wir ihm dann einen neuen und sind nun gespannt.
Er ist ein wirklich lieber Mensch, der auch immer zeigt, wie dankbar er für eine Terrine und andere, eher kleine Dinge, ist.
Heute fragte er auch noch nach einem T-Shirt. Als wir gemeinsam die richtige Größe raussuchten, gestand er: „Ich bin richtig unglücklich über mein Gewicht und alle sprechen mich schon auf mein aufgedunsenes Gesicht an. Der Alkohol eben. Dabei trinke ich nur so viel, dass ich meinen Pegel halten kann.“
Ja, er hat sich äußerlich in den letzten Monaten schon sehr verändert. Es geschieht das, was mit vielen passiert, die das Leben auf der Straße zeichnet. Wenn jemand nach Hilfe fragt oder es sich im Gespräch ergibt, können wir natürlich auf Hilfsangebote aufmerksam machen, aber den ersten Schritt müssen sie selbst machen, und das ist meist das Problem.
Vor unserer Abfahrt und dem Rückweg zum Lager kam ein alter Bekannter auf uns zu und teilte uns freudig mit: „Ich komme gerade aus Hagen. Man kennt euch da auch, die ‚Lichtschmiede‘.“
Das war ein richtig guter Abschluss des Lichtschmiede-Geburtstags und auch unserer Tour.
Passt gut auf euch auf.
Sabine und Monika
vom Team Lichtschmiede e. V.