Nachdem Miriam und ich unsere Tour am Lager in Ennepetal begonnen hatten, steuerten wir unser Ziel Hagen an.
Am ersten Haltepunkt konnten wir wieder einige Menschen mit dem Nötigsten versorgen und hatten gemeinsam viel Spaß beim Versuch, kleine Campinglampen zum Leuchten zu bringen.
Am Hagener Hauptbahnhof brauchten wir nicht lange am Auto warten, bis die ersten obdachlosen und wohnungslosen Menschen auftauchten.
Wie üblich wechselten Getränke, warme Süppchen, Kleidung, Hygieneartikel und einiges mehr den Besitzer.
Und dann kam sie plötzlich - die Frage aus dem Nichts.
"Sag mal, guckst Du Nachrichten? Wie findest Du Alexej Nawalny?"
Puh...ganz dünnes Eis.
Denn ich wusste, dass der Herr, der mir die Frage stellte, einen russischen Familienhintergrund hat.
Aber ich wusste nicht, ob er eher der russischen Regierung oder Herrn Nawalny zugetan war.
Also hieß es, eine möglichst neutrale, diplomatische Antwort zu finden, um alle Beteiligten zufriedenzustellen.
Denn Themen wie zum Beispiel Kultur, Religion und Politik bieten gerade im Gespräch mit Personen, die unter dem Einfluss von Rauschmitteln stehen, großes Konfliktpotenzial.
Und Konflikte auszulösen, liegt uns fern.
Unser Ziel ist ausschließlich, Hilfe an die Stellen zu bringen, wo sie benötigt wird.
Am Ende konnten wir das Gespräch ruhig weiterführen und verabschiedeten uns mit einem Lächeln.
Wir wünschen Euch eine gute Nacht.
Miriam und Kerstin vom Team Lichtschmiede e. V.