13. Februar 2026
Er möchte nichts von dem, was wir ihm geben könnten, nur die Gespräche
Heute war ich mit Frank unterwegs. Er hat schon Erfahrung mit der Obdachlosen - Hilfe und interessiert sich nun, nach einer Pause, wieder für die Vereinsarbeit auf der Straße.
Wir trafen uns am Lager und packten den Vereinswagen. Zuvor hatten wir einen Anruf bekommen und fuhren zu einem vereinbarten Treffpunkt in Ennepetal. Jemand, der neu auf der Straße war, sollte mit dem notwendigsten versorgt werden. Aber leider erschien derjenige nicht. Schade.
Dann ging es weiter nach Vohwinkel. Ein Kaffee und Süßes oder Saures. Der Standardwunsch einer alten Bekannten, die nach all der Zeit, in der sie uns kritisch beäugt hat, neuerdings auch mal lächelt. In der Innenstadt leerten sich dann unsere Kannen mit heißem Wasser rapide.
Es war kalt und windig. Ein heißer Kaffee, ein Tee, eine Terrine, ein Schlafsack, dicke Socken - all das, was in dieser kalten Jahreszeit das Straßenleben etwas erträglicher macht.
Außerhalb der Innenstadt, abgelegen und bewusst versteckt, 'wohnen' einige alte Bekannte, die wir anfuhren und versorgten. Immer wieder gibt uns dabei ein Straßenmensch, ein junger gepflegter Mann, Rätsel auf. Er freut sich jedes Mal sichtlich über unseren Besuch, möchte aber nichts von dem, was wir ihm geben könnten, nur die Gespräche.
"So schön, dass mal jemand nach einem schaut."
Kein Alkohol, keine Drogen. Völlig klar und reflektiert. Liegt da und sagt: "Ich bin zufrieden. Die Kälte macht mir nichts. Hoffentlich schneit es bald mal wieder. Beim letzten Mal hat es geschneit und gleichzeitig geblitzt. War toll." Warum ist er auf der Straße?
Wir fragen nicht und vielleicht wird er es uns ja eines Tages erzählen.
Gegen Mitternacht fuhren wir zurück zum Lager - mit dem guten Gefühl, geholfen zu haben. Passt gut auf euch auf.
Frank und Monika
vom Team Lichtschmiede e. V.