23. Februar 2025
Wir schauten nach Nadine
Hallo zusammen,
natürlich möchten wir von jeder Tour berichten. Manchmal finde ich jedoch nicht direkt die Zeit dazu, und dann haben die Berichte der aktuellen Touren erst einmal Vorrang.
Aber aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben.
Auch an diesem Sonntag ging es wieder Richtung Hagen.
Die Nächte sind noch bitterkalt und die Zahl der Menschen, die Hilfe benötigen, steigt.
Unser erster Halt war das Haus Padre Pio, die neue Anlaufstelle für obdachlose und bedürftige Menschen. Da uns beim letzten Besuch mitgeteilt wurde, dass T-Shirts fehlen, brachten wir noch schnell einen Sack nagelneuer Shirts vorbei.
Dort trafen wir auch Nadine (Name geändert). Es ging ihr sichtlich schlecht, sie wollte aber nicht ins Krankenhaus. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden der Anlaufstelle konnten wir sie schließlich überzeugen, sich doch behandeln zu lassen.
Währenddessen setzten wir unsere Tour fort. Wir hatten jedoch vereinbart, am nächsten Tag nach Nadine zu schauen.
Beim nächsten Stopp, wurde es recht schnell wieder voll am Auto. Als eingespieltes Team hatten wir aber alles im Griff.
Nachdem der erste Ansturm vorbei war, teilten Gudrun und ich uns auf. Gudrun versorgte weiter alle mit Essen und Getränken etc. und ich verteilte Kleidung, Schlafsäcke und Isomatten.
Irgendwann waren alle versorgt und wir fuhren durch die Stadt und besuchten ein paar Schlafstellen.
Heute trafen wir dann auch unseren lang vermissten Bekannten wieder. Er war eine ganze Weile bei einer Freundin untergekommen, ist aber nun wieder zurück auf der Straße. Der Winterschlafsack wurde gerne genommen, denn wirklichen Schutz vor den kalten Nächten hatte er nicht.
Mittlerweile war schon spät, und so machten wir uns auf den Weg nach Hause. Wir haben glücklicherweise ein warmes Bett, denn diese Nacht wird allen Obdachlosen wieder alles abverlangen.
Am nächsten Tag, also Montag, klingelte das Telefon. Es war das Krankenhaus. Nadine wurde untersucht und behandelt, und konnte das Krankenhaus verlassen. Sie war für die Minusgrade alles andere als ausgestattet, so traf ich mich mit Steffi und wir holten Nadine ab.
Sie selbst hatte sich zwischenzeitlich eine Unterkunft organisiert. So konnten wir sie nur versorgen und zum Treffpunkt fahren.
Da unsere Steffi ja vom Fach ist, gab sie Nadine noch ihre Telefonnummer, damit sich ihre Betreuer einmal bei ihr melden. Wir hoffen, Nadine geht es jetzt wieder besser.
Bis bald
Gudrun, Steffi und Andreas
vom Lichtschmiede e. V. Team