19. Juli 2025
Wo wir uns aber nicht unterscheiden, ist unser gemeinsames Ziel
Wir fuhren, ganz gegen unsere Gewohnheit, samstags raus. Urlaubszeit - da müssen auch wir gucken, was bei uns zeitlich möglich ist.
In der Stadt war es leerer als sonst. Ein obdachloses Paar kam uns entgegen.
Sie arbeiten sporadisch in einem Kiosk und riefen uns zu: "Wir haben jetzt 4 Wochen Urlaub, aber wir bleiben hier." Irgendwie witzig, wie dieser Reisegedanke in jedem steckt, auch, wenn er nicht zu verwirklichen ist.
Wir trafen weniger Straßenmenschen an, als sonst. Aber alle an unserem Vereinswagen fragten zuerst nach einer Terrine - oder auch zwei. Sie hatten Hunger und freuten sich über etwas Warmes. Und häufig fragten sie wieder nach bestimmten Terrinen. "Habt ihr was mit Käse - Sahne Sauce? Habt ihr Kartoffelpürree?" Die Terrinen sind immer noch der Renner. Aus der Not geboren, weil wir ja wenig Alternativen haben, aber sie haben sich so bewährt.
Sabine und ich bekamen per Zufall einen Hinweis auf eine neue Schlafstelle. Kurz bevor wir ankamen, sprachen wir noch über einen lange Vermissten. Was war aus ihm geworden? Auf jeder Tour hatten wir am Schluss seinen alten Schlafplatz angefahren. "Komm, lass uns noch mal gucken." Aber immer nur Enttäuschung.
Nun standen wir vor einer Absperrung, kämpften uns durch und da lag er dann, unser Bekannter, den wir schon seit etlichen Jahren kennen. Was für ein Zufall und was für eine Freude auf beiden Seiten. Wir mussten auch gar nicht nach seinen Wünschen fragen. Wie immer: Kartoffelpürree, Kaffee, Wasser und was Süßes. Und dieses "Danke, danke" klang so unglaublich vertraut und schön.
Passt gut auf euch auf.
Sabine und Monika
vom Team Lichtschmiede e. V.