16. Januar 2025
Wenn Respekt verloren geht
Diese Woche gab es bereits die Meldung über den Brand eines Schlafplatzes obdachloser Menschen in Hagen.
Jetzt kam auch noch ein Überfall auf einen obdachlosen Menschen in Wuppertal hinzu.
Es macht betroffen, wenn man die Menschen kennt, denen so etwas angetan wurde.
So machten wir, Andreas und ich (Susanne), uns auf den Weg nach Wuppertal.
Einem Musiker, der bei der Kälte nur auf einer Pappe saß und dünne Stoffturnschuhe trug, konnten wir mit einer Isomatte, einem Gutschein für neue Schuhe und Hygieneartikeln helfen. Er zieht es vor, auf der Straße statt in seiner Unterkunft zu leben. Dort ist es ihm zu laut und mit seinen Mitbewohnern fühlt er sich nicht wohl. Das erzählte er uns bei einem heißen Tee und einer warmen Mahlzeit.
Dann fuhren wir weiter.
Wie respektlos können Menschen sein?
Direkt vor dem Eingang der Unterkunft eines obdachlosen Menschen lag ein großer Hundehaufen.
Den konnte der Besitzer nicht beseitigen? Unbegreiflich.
Der Herr dort freute sich, uns zu sehen. Wir kennen ihn schon seit Jahren und wissen daher bereits, worüber er sich freut.
Am nächsten Ort, als einige Personen an unserem Auto standen, fiel uns eine junge Frau auf. Sie stand barfuß da, hatte schmuddelige Decken übergeworfen und zitterte extrem.
Jacken, Kleidung, Schuhe – all das boten wir ihr an.
Sie lehnte jedoch alles strikt ab, außer einem heißen Tee und einer Terrine. Danach ging sie davon. Andreas schaute einige Zeit später noch einmal nach, ob sie irgendwo zu sehen war. Leider ohne Erfolg.
So langsam wurde auch unser heißes Wasser knapp.
Die vierte Kanne war nur noch halb voll.
Aber wir wollten noch die Stelle aufsuchen, an der sich der Überfall ereignet hatte. Dort trafen wir noch zwei Männer an, denen wir ebenfalls helfen konnten.
Ich kann mir nicht vorstellen, auf der Straße zu leben. Noch weniger im Winter.
Umso mehr weiß man es zu schätzen, wenn man nachts nach Hause kommt.
Passt gut auf euch auf.
Andreas und Susanne
vom Team Lichtschmiede e. V.