31. Juli 2024
Momente, die unsere Arbeit so wertvoll machen
Heute zeigten Steffi und ich unserem allzeit gut gefüllten FORD Focus das Leben auf der Straße in Wuppertal.
Wir hatten einige Hilferufe erhalten, denen wir natürlich schnellstmöglich nachkommen wollten.
Es war warm, fast schon erdrückend und wir waren froh, ausreichend Wasser und Apfelschorle eingepackt zu haben. Die Nachfrage nach Getränken war deutlich höher als sonst.
Eine Gruppe unserer Schützlinge wurde von ihrem bislang geduldeten Schlafplatz verwiesen und wir übergaben das angefragte Zelt als Zwischenlösung, bis ein neuer überdachter Schlafplatz gefunden ist.
An weiteren Stellen schliefen einige Herren schon tief und fest. Wir schauten, ob sie gut geschützt waren und eigene Dinge wie z.B. einen Rucksack und Getränke bei sich hatten. Hier waren aber auch alle gut versorgt.
Im Zentrum wurde unser Auto immer wieder an den verschiedensten Stellen entdeckt und schnell belagert.
Man spürte, dass keiner zum Monatsende noch viel Geld für eine tägliche Mahlzeit übrig hatte. Gerne stillten wir den größten Hunger und Durst.
Zudem führten wir viele Gespräche und checkten, ob auch jeder die Hilfsangebote und Anlaufstellen in Wuppertal kennt. Dies war überwiegend der Fall, leider scheitert es aber oft an fehlender Energie, Motivation oder mangelnden Sprachkenntnissen, diese Stellen auch aufzusuchen und die Hilfe dort anzunehmen.
Zum Abschluss der Tour - es war mittlerweile weit nach Mitternacht - fanden wir in einer Parkgarage einen polnischen Herren, der dort auf dem blanken Beton eingeschlafen war. Wir sprachen ihn vorsichtig an und nach kurzer Zeit kam ein "Danke, aber ich nix brauchen" zurück.
Da der Herr aber rein gar nichts dabei hatte, beschlossen wir, ihm zunächst Getränke und etwas Süßes neben seinem Schlafplatz zu stellen, was er regungslos zur Kenntnis nahm. Erst als wir uns von ihm abwandten, hörten wir ein leises "Danke" und unser Herz ging auf.
Wir holten dann noch zwei heiße Terrinen, Isomatte und Schlafsack aus dem Wagen und übergaben diese. Der Herr war sichtlich sprachlos, er konnte es nicht verstehen, dass an diesem abgelegenen Ort und um diese Uhrzeit noch jemand nach ihm schauen würde.
Dies sind Momente, die unsere Arbeit so wertvoll machen und die uns die Bestätigung geben, dass wir das richtige Ehrenamt in einem tollen Verein ausgewählt haben.
Wir suchen weitere Mitglieder mit Empathie, Herz und Verstand, die sich vorstellen können, sich mit uns die Abende um die Ohren zu hauen, um draußen auf der Straße Menschen in Not zu helfen.
Wenn du meinst, du bist der Richtige, dann rufe oder schreibe uns an.
Passt gut auf euch auf
Steffi und Olaf
vom Team Lichtschmiede e. V.