30. Oktober 2024
Alles besser als die Straße?
Notunterkunft oder doch lieber Straße?
Dies ist eine Frage, die wir etliche Male an die Menschen richten, die wir abends auf unseren Touren antreffen. Eigentlich sollte man als Außenstehender doch meinen, dass alles besser sei, als ein Leben auf der Straße.
Wer aber schon mal eine Zeit in einer dieser Unterkünfte verbracht hat, wählt in vielen Fällen doch lieber das Leben auf der Straße. Beengte Situationen, das Teilen eines Zimmers mit fremden Menschen, keinerlei Privatsphäre, Diebstahl und auch die Androhung von Gewalt - alles Dinge, die dort leider fast täglich geschehen und einen dazu bringen, doch wieder das Leben unter freien Himmel zu bevorzugen.
So geschehen heute auch bei einem Herren in Witten, der gerade zwei mit seinem Hab und Gut beladene Einkaufswagen zu seinem Schlafplatz in der Innenstadt schob. Auch er war eine zeitlang in einer städtischen Unterkunft untergekommen. Laut seiner Aussage wurde ihm dort mehrfach Gewalt angedroht, so dass er diese Unterkunft schnell wieder verlassen hatte.
Er käme draußen so klar, freute sich aber dennoch über eine heiße Terrine und einen Kaffee, der ihn etwas aufwärmte.
In Witten versuchten wir auch erneut, unseren Rollator an den zuletzt angetroffenen Herren zu übergeben, aber leider hatten wir auch dieses Mal kein Glück. Wir bleiben hier am Ball.
Später in Hagen drehten wir unsere gewohnte Runde, aber es schienen die meisten unserer bekannten Gesichter schon einen sicheren Platz zum Schlafen gefunden zu haben.
Spät am Abend ging es dann langsam und mit immer noch wachen Auge zurück zum Lager.
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Passt gut auf euch auf sagen
Steffi und Olaf
vom Team Lichtschmiede e. V.