29. Mai 2024

Dann fiel mir eine junge Frau ins Auge

Eine völlig unerwartete und heftige Windhose hat heute in Hagen das Leben vieler Anwohner durcheinandergewirbelt.

In einem Stadtteil, in dessen Nähe auch unser Teammitglied Kathrin wohnt, führte der Sturm zu schweren Schäden an Häusern, einer Kirche und zahlreichen Bäumen. Viele Wege waren gesperrt oder unpassierbar.

So musste Kathrin schweren Herzens ihre Teilnahme an der heutigen Tour absagen. Da sich auf die Schnelle leider kein Ersatz finden ließ, machte ich mich allein auf den Weg durch Hagen.

Auch in der Innenstadt fanden sich noch Spuren des Unwetters. Viel Laub und kleine Äste bedeckten die Straßen – stellenweise sah es fast aus wie im Herbst.

Zum Glück kamen nach Angaben der Behörden keine Menschen zu Schaden.

Zunächst schaute ich etwas außerhalb des Zentrums an bekannten Stellen vorbei und zeigte mit unserem Vereinswagen Präsenz, die von vielen Passanten neugierig wahrgenommen wurde. Mit einem Ehepaar kam ich dabei ins Gespräch und berichtete von unserer Arbeit.

Anschließend ging es weiter ins Zentrum. Auch dort rollte unser Vereinswagen langsam durch die Straßen, damit ich jeden möglichen Schlafplatz und jede Ecke im Blick behalten konnte.

Am Hauptbahnhof wurde ich herzlich empfangen. Wieder galt es in erster Linie, den Hunger einiger Bedürftiger zu stillen, die wissentlich auf der Straße übernachten.

Erneut war aber auch die Nachfrage nach Hygieneartikeln, Unterwäsche und Socken sehr groß. Wie immer verwies ich zusätzlich auf die Kleiderkammer, Luthers Waschsalon und die DRK-Kleiderbörse in der Nähe des Bahnhofs.

Dann fiel mir eine junge Frau auf, die an eine Laterne gelehnt um Geld bat. Sie machte einen gepflegten Eindruck, und ich beschloss, mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Sie erzählte mir ihre Geschichte und berichtete, dass sie derzeit bei einer Bekannten im Keller schlafen dürfe, nun aber dringend eine eigene Unterkunft benötige. An diesem Abend litt sie jedoch vor allem unter Hunger.

So durfte ich sie mit Terrinen, Keksen, Süßigkeiten und Getränken versorgen, sodass sie auch am folgenden Feiertag etwas zu essen und zu trinken hatte. Zum Abschied gab ich ihr noch unsere Visitenkarte. Sie bedankte sich von ganzem Herzen für die unerwartete Hilfe.

Auf dem Rückweg zum Lager führte mich mein Weg noch durch die Innenstädte von Gevelsberg und Ennepetal. Auch dort wurden viele Biergartenbesucher wieder auf unseren Vereinswagen aufmerksam.

Passt auf euch auf.

Olaf

vom Team Lichtschmiede e. V.