In einem neuen Verein lernt man erst nach und nach alle anderen Mitglieder kennen.
Da ich noch nicht so lange in diesem Team bin, ist es für mich immer wieder spannend mit jemandem rauszufahren, der für mich "neu" ist.
An diesem Abend war es Miriam, die schon sehr lange ein Ehrenamt für die Lichtschmiede ausübt.
Es war eine schöne Tour.
Miriam kannte sich gut aus in Hagen, kannte sozusagen jede "Blitze" und ich fuhr uns beide durch die Stadt, in der wir einige obdachlose Menschen versorgen konnten.
Vor einem Einkaufspark trafen wir einen obdachlosen jungen Mann an, der schnell alle Habseligkeiten zusammenpackte, um uns zum Auto zu folgen.
Er freute sich über eine Terrine und eine Tüte Haribo und zog dann schnell weiter zu seinem entgültigen Schlafplatz für die Nacht.
Wir fuhren einen Platz unter einer Brücke an und fanden dort den alten Bekannten, den wir längere Zeit nicht angetroffen hatten.
Er hatte Besuch von zwei Freunden und freute sich sehr uns zu sehen.
"Oh, Kartoffelbrei!", fiel ihm dann auch direkt zu uns ein.
Wir bereiteten ihm gerne die Mahlzeit mit heißem Wasser zu.
Er nahm die Terrine dankbar an.
Miriam gab ihm noch ein Paar Socken, die er dringend benötigte.
Bei der Übergabe passierte es dann: er stolperte und der Brei landete auf Miriam... kochendheiß.
Am Hals entstand sofort eine Brandwunde, die wir nur mit einer Zinksalbe aus dem Auto behandeln konnten.
Natürlich entschuldigte sich unser Bekannter tausendmal.
War ja keine Absicht.
Miriam hielt sich bis zum Ende der Tour denn auch sehr tapfer.
Brandwunden sind ja bekanntlich ziemlich schmerzhaft!
Im Innenraum einer Bank fanden wir einen Straßenmenschen auf dem Boden liegend.
Sofort fiel uns seine zerfetzte Jeans auf.
"Brauchst du eine neue Hose?", fragten wir auch sofort.
Aber er zeigte uns eine unbenutzte in seiner Tasche, für den Notfall.
Sah noch keinen Sinn zum Wechseln.
Er nahm aber gerne eine Terrine und war ziemlich guter Dinge, wartete auf eine Bewilligung, die er aber nicht näher erklärte.
Hoffnung eben.
Am Bahnhof begegneten wir einer obdachlosen Frau, die so unglaublich dankbar war für etwas Warmes, Süßigkeiten und ein paar neue Socken, dass sie uns spontan umarmte.
Als wir feststellten, dass sie nichts zum Zudecken hatte, gaben wir ihr noch einen Schlafsack.
"Was sollten wir nur machen ohne euch?", sagte sie immer wieder.
Wir können nur für den Augenblick helfen und oft fragen wir uns, ob das ausreicht.
Aber solche Reaktionen zeigen uns dann immer wieder, dass es ganz viel Sinn macht.
Nachdem wir auf einer Bank noch einem tief schlafenden Straßenmenschen unsere Visitenkarte auf die Decke gelegt hatten, fuhren wir zurück nach Gevelsberg.
Miriam und Monika vom Team Lichtschmiede e. V.