22. Juni 2023

Yvonne, die beim Schließen der Heckklappe plötzlich gefühlte 20 l Regenwasser abbekam

Yvonne und ich starteten unsere Tour in Hattingen.
Es gab schon im Vorfeld Unwetterwarnungen, die aber keinerlei Einfluss auf unsere nächtlichen Aktivitäten haben sollten. Es war in Hattingen recht ruhig und wir trafen einen alten Bekannten, der sich sehr freute, mit Suppe und Kaffee versorgt zu werden. Wir merkten sehr schnell, dass die sommerlichen Temperaturen allen sehr zusetzten und ließen einen Wasservorart für die kommende Nacht da.
Dann verabschiedeten wir uns und fuhren direkt nach Hagen zum Hauptbahnhof, der an diesem Abend besonders belebt war. Neben Schlafsäcken und Hygieneartikeln war auch dort ein ganz klares Verlangen nach Wasser und etwas Süßem. Aus den Gesprächen erfuhren wir, dass es dort in der Nähe wohl eine Wasserversorgung gibt, diese aber nicht so gerne oder nur in Notfällen genutzt wird, da das Vertrauen in die Wasserqualität nicht wirklich vorhanden ist.
Nach kurzer Zeit waren über 15 Bedürftige da, die den Inhalt unseres Kofferraums dankend entgegennahmen. Wir tauschten uns aus und nahmen einige Bedürfnisse war, die wir bei den kommenden Touren mit ins Gepäck nehmen werden. Es ist zur Sommerzeit immer wichtig, dass Bedürftige sich auch zwischendurch erfrischen können, da es auch im Schatten anstrengend ist und der Köper viel Wasser verliert. Bei unserer nächsten Fahrt stocken wir auf jeden Fall den Vorrat im Auto mit Erfrischungs- und Taschentüchern auf.
Wir verabschiedeten uns und fuhren weiter die B7 Richtung Wuppertal. Der Himmel fing an, sich langsam, aber sicher zuzuziehen. In Wuppertal angekommen, fiel wie vermutet, unser Zeitfenster zu helfen, immer mehr in die Schlechtwetterzone. Demnach war ein wenig Beschleunigung angesagt und man glaubte es kaum, es wurde noch dunkler.
Das sonst häufig als Unterschlupf genutzte Parkdeck in Barmen war ohne bedürftige Menschen, für uns überraschend, aber das passiert immer wieder mal. Demnach direkt weiter zum Hauptbahnhof.
Der Hauptbahnhof war nach ein Paar Suppen und etwas Süßem recht schnell versorgt und es ging direkt weiter zum Elberfelder Neumarkt, an dem wir schon sehnsüchtig erwartet wurden. Just in diesem Moment meinte der Himmel, die Schleusen zu öffnen – Punktlandung in Sachen nasswerden. Wir stellten uns mit dem Heck unseres Vereinsautos in Richtung eines Vordaches und versorgten erst einmal unsere drei Bekannten mit Suppe und Eistee. Während des Gespräches bekamen wir die Information, das im nahegelegenem Parkdeck noch Bedürftige seien. Wir teilten uns auf, ich machte einen Gang ins Parkdeck und nahm schon Wasser mit, was auch da schon erwartet wurde.
Zu essen wollte dort keiner etwas haben, da die mittlerweile dem Amazonas ähnelnden Temperaturen im Parkhaus in Kombination mit der Luftfeuchtigkeit ein wirklicher Appetitdämmer waren. Wieder zurück am Auto nahm der Regen jetzt richtig Schwung auf und sorgte für einen Moment erschreckender Lautstärke. Wir wussten alle, wie wir da standen, nicht, ob wir fasziniert oder erschrocken seinen sollten. Aber wir genossen den Moment der Abkühlung, den der Regen mit sich brachte. Wir redeten noch eine ganze Weile über die bis dato gelaufene Woche und traten dann den Heimweg an.
Für einen guten Lacher sorgte dann noch Yvonne, die beim Schließen der Heckklappe gefühlte 20 Liter Regenwasser, welches sich auf der Klappe gesammelt hatte, mit einem Mal ihr Eigen nannte. Durch und durch nass bis auf die Socken – lustig, so hatten alle noch einmal zusammen Spaß.
Der Abend ging zu Ende und wir suchten weiterhin Verbesserungspotenzial. Meine Bitte an alle, die diesen Bericht lesen: wenn ihr bei stark sommerlichen Temperaturen morgens aus dem Haus geht, steckt euch ruhig mal eine 0,5 Literflasche mehr oder überhaupt eine in die Tasche. Irgendjemand, der Bedarf hat, wir es euch danken.
Yvonne und Tom vom Lichtschmiede e. V. Team