Hallo zusammen,
nachdem ich gestern allein unterwegs war, begleitete mich heute meine Tochter Jill.
Seit Beginn als passives Mitglied im Verein, wollte sie sich heute nicht mehr mit meinen Erzählungen zufrieden geben, sondern einfach mal erleben, wie schön es ist zu helfen.
Gesagt, getan ging es los...
Am Vorabend hatte ich mich mit zwei Herren in Hagen verabredet, also ging die erste Fahrt dorthin.
Beide Herren waren vor Ort und bekamen Terrinen, Kaffee und Kaltgetränke.
Nachdem beide satt waren, setzten wir unsere Tour fort.
Am nächsten Ort trafen wir auf zwei obdachlose Personen.
Ein Herr brauchte nichts, ein anderer Schlafsack, Terrine und Kaffee.
Andere bekannte Stellen in Hagen waren zum Zeitpunkt unserer Tour leer.
Jetzt machten wir uns auf den Weg nach Witten zu einer weiteren Verabredung.
Auf der Fahrt klingelte das Telefon.
Eine junge Frau hatte aus für uns nachvollziehbaren Gründen kein Geld mehr.
Nach eigenen Angaben hat sie seit zwei Tagen nichts mehr gegessen.
Wir setzten die Fahrt nach Witten fort, aber nicht, ohne uns auch mit ihr in Wuppertal zu verabreden.
In Witten angekommen trafen wir auf Sabine.
Sie ist durch ihren "Umzug" etwas im Stress, hatte aber Unterstützung von Freunden.
Nach einer kurzen Pause mit Essen und Kaffee machten sich alle wieder an die Arbeit.
Wir schauten im Anschluss in der Innenstadt nach drei uns bekannten Herren.
Seit mehreren Tagen waren sie für uns schon nicht mehr auffindbar.
Wir hoffen, dass sie einen guten Unterschlupf oder, besser noch, eine Unterkunft gefunden haben.
Jetzt ging es ab nach Wuppertal.
Erster Stopp war hier der Hauptbahnhof von Elberfeld.
Für uns die einzige Möglichkeit, an einem Feiertag noch Lebensmittel einzukaufen.
Nachdem der Einkauf erledigt und das ganze noch mit Terrinen aufgestockt wurde, machten wir uns auf den Weg zu der jungen Frau.
Freude, Erleichterung und Scham mischten sich in ihrem Gesichtsausdruck, als sie aus dem Haus zu uns ans Auto kam.
Mit leicht zittriger Stimme erklärte sie nochmal, wie es zu dieser Situation gekommen war.
Erst nach ein paar Minuten wurde die junge Frau entspannter.
Der Schritt, uns anzurufen und nach Hilfe zu fragen, war ihr wirklich nicht leichtgefallen.
Das konnte man merken.
Aber ihre Ausnahmesituation machte dies nötig.
Zum Abschluss ließ die junge Frau es sich nicht nehmen, uns feste zu drücken.
Anmerkung: Bitte nicht falsch verstehen, aber wir können nur in Ausnahmefällen Menschen, die Grundsicherung oder Ähnliches erhalten, mit Einkäufen oder Gutscheinen behilflich sein.
Das würde sonst unseren finanziellen Rahmen sprengen.
Wir machen es sehr gerne, können es aber nur dort, wo es keine andere Möglichkeit mehr gibt.
Jetzt setzten wir unsere normale Tour fort.
Von Vohwinkel ging es wieder entlang der Wupper bis nach Barmen.
Hier und dort konnten wir Hunger und Durst vertreiben und zwei Herren, die nichts brauchten, freuten sich, dass wir nach ihnen geschaut hatten.
Ein rundum erfolgreicher Abend sorgte für eine nachdenkliche Jill.
So eine Erfahrung bleibt im Gedächtnis.
Gute Nacht, Jill und Andreas vom Lichtschmiede e. V. Team