Hallo zusammen,
an Sonn- und Feiertagen ist die Verpflegung für Obdachlose besonders schwer.
Die Geschäfte sind geschlossen und somit kaum Menschen unterwegs.
Das zeigte sich auch heute wieder.
Fast jeder, den ich antraf, hatte großen Hunger.
Startpunkt war wie so oft Wuppertal Vohwinkel.
Hier bekamen wir eine Stelle genannt, die wir im Auge behalten sollten.
Dort sind nach Aussage der Melderin regelmäßig bedürftige Menschen anzutreffen.
Heute war der Ort jedoch verlassen, aber wir schauen bald wieder vorbei.
An einer anderen Stelle, immer noch in Vohwinkel, war unser bekannter Herr nicht an seinem Platz, dafür war aber die Tür zu einem Geschäft nicht verschlossen und von innen ertönte ein Alarm.
Ein paar Minuten nach meinem Anruf bei der Polizei erschien die erste Streife und schaute sich die Sache an.
Jetzt konnte ich weiter fahren.
Allerdings war in diesem Ortsteil heute niemand, dem ich helfen durfte.
Das sah in Elberfeld schon wieder anders aus.
Bei meinem ersten Stopp traf ich auf einen Vater mit seinem Sohn und einem Hund.
Da die Decke, die sie hatten, nicht für beide reichte, bekamen sie zwei Schlafsäcke.
Beim nächsten Mal haben wir auch Hundefutter im Gepäck.
Als nächstes klingelte das Telefon.
Unser Vereinsmitglied Niko war privat in Elberfeld unterwegs.
Da bei dieser Form von Hilfe privat und Verein nur schwer zu trennen ist, sind wir immer in Bereitschaft.
Niko hatte mit einem Herrn gesprochen und erfahren, dass dieser länger nichts mehr gegessen hatte.
Da ich ja nur ein paar Minuten entfernt war, fuhr ich als nächstes zu Niko und ließ mich zu dem Herrn bringen.
Zwei Terrinen und ein Kaffee sorgten dafür, dass er nicht hungrig schlafen musste.
Weitere Bekannte traf ich auch hier nicht an.
Da aber noch ein anderer Hilfeverein im Ort unterwegs war, suchte ich auch nicht weiter, sondern fuhr direkt nach Barmen.
Auch hier war es verlassen.
Wohin sich die Herren auch immer zurückgezogen hatten, ich musste unverrichteter Dinge weiterziehen.
Nächster Halt Hagen.
Hier hatte ich für einen uns bekannten Herrn neben all den anderen Hilfsmitteln auch noch eine neue Jacke dabei.
Freudig zog er sie an.
Da ihm sehr kalt war, zog er seine alte und zu große Jacke noch darüber.
Ja, jetzt kommt leider wieder die Zeit, wo es für Obdachlose doppelt schwer wird.
Lange quatschten wir und er erzählte mir, dass er doch selbst Schuld an seiner Situation war.
Auch wenn dem so ist, es ist immer noch ein Mensch, der aktuell Hilfe braucht.
Und die bekommt er, so oder so.
Am Bahnhof waren es wie immer ein paar Leute mehr.
Auch hier gab es Kaffee, Terrinen, Kaltgetränke und Süßes.
Mit ein wenig Smalltalk ließ ich hier den Abend ausklingen und machte mich auf den Heimweg.
Morgen geht es dann wieder raus.
Gute Nacht, euer Andreas vom Lichtschmiede e. V. Team