Auch heute, am Abend des 2. Weihnachtsfeiertags, machten wir, Miriam und Tom, uns auf den Weg nach Hagen.
Mit Gedanken, wer nun alleine in der Kälte diesen Feiertag heute verbringen muss.
Tatsächlich dürfen wir hoffen, dass die meisten ein Obdach haben, weil wir in einigen Stunden wirklich nur wenige angetroffen haben.
Einen Herrn trafen wir in einer Bushaltestelle sitzend in einen Schlafsack eingewickelt an, einen zweiten in der Innenstadt.
Beide freuten sich über eine mit wärmenden und nützlichen Alltagsdingen gefüllte Weihnachtstüte.
Jeder Tag draußen ist anders, mal treffen wir echt viele an, mal kaum eine Handvoll.
Trotzdem wird jeder Einsatz von uns mit Herzblut sein - ob einer oder zehn oder mehr angetroffen werden, ganz egal.
Das Lichtschmiede-Team denkt an alle Menschen draußen
Am frühen Abend fuhren Stefan und ich (Miriam) noch mal los, um nach ein paar Leuten zu schauen.
Als erstes waren wir in Ennepetal, wo wir einen uns bekannten Obdachlosen leider nicht antrafen, um ihm eine Weihnachtstüte zu überreichen.
Wir suchten dann noch an verschiedensten Plätzen und hofften, dass er an diesem Weihnachtstag bei Freunden untergekommen war.
Wir fuhren weiter durch den Ennepe-Ruhr-Kreis und sahen eine uns bekannte bedürftige Frau an einer Bushaltestelle sitzen und beschenkten sie von Herzen.
Weiter ging es durch den Ennepe-Ruhr-Kreis zu einer Meldung.
Hier durften wir einer Frau eine Weihnachtstüte übergeben.
Wir sprachen eine ganze Weile mit ihr und sie erzählte uns von Übergriffen, dass sie beschimpft und bespuckt würde.
Das finde ich unter aller Würde.
Wer tut so etwas, frage ich mich da.
Wir konnten ihr noch eine warme Nudelsuppe und einen Tee spendieren, denn für Kaffee sei es schon zu spät, meinte sie.
Wir schenkten ihr eine kleine, mit heißem Wasser gefüllte, Thermoskanne und gaben ihr einen Becher mit Kaffeestäbchen (für den nächsten Morgen).
Sie freute sich riesig und bedankte sich sehr.
Jetzt hatten wir noch eine Fahrt nach Essen vor uns.
Unsere Steffi hatte dort bereits einem Obdachlosen geholfen, der allerdings noch Schuhe brauchte.
Stefan hatte noch ein paar Winterstiefel in dieser Größe neu zu Hause, die er sofort spendete.
Als wir dort ankamen und ihm zuerst unsere Schuhe und dann unsere Weihnachtstüte überreichten, freute der Herr sich zwar ganz doll, sagte aber, der St. Nikolaus wäre schon da gewesen.
Als wir uns umschauten, kam die Organisation „Essen packt an“ angefahren und sie versorgten ihn mit Suppe und Getränk.
Wir tauschten uns in einem freundlichen Gespräch gut aus und tauschten auch die Telefonnummer aus für eine weitere Zusammenarbeit.
Über Bochum ging es dann wieder in den Ennepe-Ruhr-Kreis voller Dankbarkeit, dass wir es warm haben bei dieser bitteren Kälte.
Wir schicken allen gute und warme Gedanken, so wie auch frohe Weihnachten.
Euer Lichschmiede-Team