25. Dezember 2021

Frohe Weihnachten euch allen

Es gab noch einige offene Versprechen und das Bedürfnis unsererseits, unsere "Schützlinge" auch an Weihnachten versorgt zu wissen.
So machte sich unser Weihnachtsmann Tom am heiligen Abend auf den Weg um diese einzulösen. Von Bochum über Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis bis nach Wuppertal, überall konnte er etwas Warmes und Nützliches an Bedürftige übergeben. Es gab auch wieder viele Gespräche, denn bei manch einem reicht auch ein offenes Ohr. So wurden dann auch am heiligen Abend Bedürftige versorgt und der Moment ein wenig erträglicher gemacht.
Wir vergessen unsere Schützlinge nicht und möchten euch darum bitten, es auch nicht zu vergessen, euch bei uns zu melden, wenn ihr jemanden, seht der Hilfe benötigt.
Ein frohes Fest wünscht das Team von Lichtschmiede e.V.

Was wir tun, ist nicht schwer, was Menschen daraus bekommen und mitnehmen, hat mächtig Gewicht.

Wenn wir, wie heute am 1. Weihnachtsfeiertag auf die Straße fahren, geht es nicht darum zu berichten, was wir alles getan haben, um Menschen zumindest kurzzeitig ein wenig Freude zu verschaffen. Zugegebenermaßen berichten wir in erster Linie von dem, wohin wir fahren, was wir verteilen, wem wir zu essen, zu trinken, zum anziehen geben. Das alles klingt etwas wie eine Selbstdarstellung und ein „fishing for compliments“ – nach dem Motto: Tue Gutes und sprich darüber. Aber wir berichten auch so darüber, weil wir Unterstützung benötigen, ohne die es uns nicht möglich wäre, zu helfen. Sei es finanzieller Art als auch in Form von körperlicher Hilfe.
Wir möchten heute und gerne immer wieder in Zukunft vielmehr den Blick von unserem Tun wegleiten auf jeden Einzelnen, der dort draußen ist. So geht es mir, wenn ich darüber nachdenke: Wie nimmt uns jeder Obdachlose wahr, wie nimmt er die Menschen um sich herum wahr? Was bedeutet es, wenn er gesehen, bemerkt wird? Vergisst er sofort wieder, wenn sich ein Mitmensch ihm genähert hat? Lebt er nur für die Sucht oder für ein bisschen Essen und Trinken oder für ein Obdach für eine kalte Nacht? Welche Wünsche, welche „normalen“ Gedanken hat er?
Sehr gerne würde ich ein persönliches Bild von ihnen hier zeichnen, aber zu nahe in ihre – wenn auch spärliche – Privatwelt dürfen wir nicht kommen. Das wäre respektlos.
Was will ich hiermit ausdrücken? Auf der einen Seite werden wir weiterhin unsere Einsätze hier veröffentlichen, weil Aufmerksamkeit gehört einfach zu einem gemeinnützigen Verein dazu, zum anderen wünsche ich mir sehr, dass wir mehr die Hintergründe der Menschen hinterfragen. Heute waren wir in Wuppertal, um einige Geschenktüten zu verteilen – so gerne wüsste ich heute Abend, welche Emotionen und Gedanken wir bei ihnen hinterlassen durften. Lasst uns einfach mehr von uns weg und zu ihnen hin sehen.
Ihr seid auch herzlich dazu eingeladen, uns zu fragen, wenn ihr gerne Näheres wissen möchtet. Was wir tun, ist nicht schwer, was Menschen, die im Leid leben, daraus bekommen und mitnehmen, hat mächtig Gewicht.