22. November 2021

Hallo zusammen,
heute waren wir mit 2 Teams unterwegs.
Yvonne Laux Franke und Tom werden noch aus Wuppertal berichten und wir beide fuhren zuerst nach Bochum und dann durch den Ennepe-Ruhr-Kreis. Am Hauptbahnhof in Bochum war es heute ziemlich crazy, es herrschte eine greifbare Aggressivität unter den dortigen Obdachlosen und deren Trinkkumpanen, die eben nur dort wegen des Trinkens sind. Teilweise konnten wir die Obdachlosen, wegen derer wir dort waren, gar nicht mehr ansprechen, da war echt eine mega aggressive Stimmung. Als es drohte, körperlich dort zu eskalieren, zogen wir uns zurück, konnten jedoch immerhin noch einem von ihnen was Warmes für den Bauch zubereiten. Ach ja - und Andreas hat nun seinen Spitznamen weg: Suppenonkel - so wurde er tituliert. Wir trafen dann in Bochum noch einzelne Obdachlose, die sich echt über etwas Warmes freuten - bitterkalt ist es heute Nacht schon. Danach ging es kurz nach Witten, um einmal zu sehen, ob Peter zufällig wieder da war. War er leider nicht, wir werden hoffentlich nächste Woche erfahren, wie es ihm geht.
Nach weiterer Erkundungsfahrt durch den EN-Kreis fuhren wir zum Abschluss in den dunklen Wald. Echt - mitten in der absoluten Finsternis - fanden wir Piotr, der dort in einem Zelt haust. Mensch, was war er froh, dass wir einiges für ihn hatten, was er brauchte. So viele "Viele, viele Danke, viele, viele Danke" - er spricht polnisch-deutsch -, habe ich selten mal gehört. Morgen bekommt er noch Handschuhe und Socken - die hatte er sich noch gewünscht und brauchte sie auch dringend.
Klasse Tour heute - hört sich komisch an, wenn es um die Betreuung von Obdachlosen geht, oder? Aber heute abend war ich froh, wieder mit Andreas draußen gewesen zu sein, weil er einfach schon viele Stellen kennt, zu denen wir hinfahren und helfen können. Piotr im Wald hätte ich selbst im Leben nicht gefunden!!
Und um genau das zu können - noch mehr Menschen zu finden, denen wir helfen können, war heute auch unser Stefan tagsüber unterwegs und hat genetzwerkt. Er schließt Kontakte zu Institutionen, die mit Bedürftigen hauptamtlich zu tun haben und auch zu Kirchengemeinden, um uns auch dort vorzustellen und unsere Hilfe - auch im Bereich einsamer Menschen - vorzustellen. Vielen Dank, Stefan Kimmel, für Aktion quasi "im Hintergrund".