23. Juli 2026

Als das Thema auf Musik kam

Bevor wir unsere Tour durch Hagen und Umgebung starteten, erreichte uns eine großzügige Spende mit verschiedenen Backwaren. Eine schöne Abwechslung zu unserem üblichen Angebot und eine willkommene Freude für die Menschen, denen wir unterwegs begegnen.

Bereits in einem Hagener Stadtteil konnten wir die ersten Backwaren verteilen. Die Freude darüber war groß und zeigte einmal mehr, dass auch kleine Gesten den Alltag ein wenig heller machen können.

In der Fußgängerzone begegneten wir einem Mann, den wir schon lange nicht mehr gesehen hatten. Er freute sich sichtlich über unser Wiedersehen und begleitete uns gerne zum Fahrzeug. Besonders überrascht waren wir darüber, wie offen und gesprächig er geworden war. Wir kennen ihn eher zurückhaltend. Nachdem er sich mit Lebensmitteln und Getränken versorgt hatte, verabschiedeten wir uns mit den Worten: "Pass auf dich auf. Bis zum nächsten Mal."

Am Hauptbahnhof wurden wir bereits erwartet. In ruhiger Atmosphäre konnten wir nach und nach alle versorgen.

Als wir anschließend noch über den Bahnhofsvorplatz gingen, fiel uns ein junger Mann auf, der etwas abseits saß. Andreas fragte ihn, ob er etwas zu essen möchte. Zunächst verstand er die Frage falsch und suchte sofort in seinem Rucksack nach etwas Essbarem, das er uns anbieten könnte. Erst als wir erklärten, dass unser Angebot für ihn gedacht war, kam er mit zu unserem Fahrzeug. Er nahm Essen, Getränke und Süßigkeiten dankbar entgegen. Seine geöffnete Bierflasche ließ er dabei nicht aus den Augen. Er erklärte uns, dass er offene Getränke niemals unbeaufsichtigt lasse, da immer wieder Substanzen hineingegeben würden.

Eine Aussage, die nachdenklich macht.

Im Gespräch erzählte er von den vielen Orten, an denen er bereits gelebt hatte, von seinem Leben auf der Straße und von seiner großen Leidenschaft, der Musik. Als das Thema auf Musik kam, veränderte sich seine Ausstrahlung. Er sang einzelne Liedzeilen an, zeigte Klavierpassagen und Gitarrengriffe in der Luft und sprach mit großer Begeisterung darüber. Umso trauriger war seine Erzählung, dass ihm vor einiger Zeit seine Gitarre zerstört wurde. Der Schmerz darüber war ihm deutlich anzumerken.

Es war bereits nach Mitternacht, als wir uns voneinander verabschiedeten und den Rückweg ins Lager antraten.

Begegnungen wie diese erinnern uns daran, dass hinter jedem Menschen eine eigene Geschichte, Hoffnungen und Talente stehen.

Passt gut auf euch auf sagen

Andreas und Susanne
vom Lichtschmiede e. V.