23. Februar 2026

Hoffentlich schaffen es die beiden und können sich ein neues gemeinsames Leben aufbauen

Dieses Mal bin ich mit Steffi auf Straßentour Ich freue mich, eine weitere Kollegin des Teams Lichtschmiede kennenzulernen.

Start wie immer: Lager, packen, los. Ziele: Witten, Herdecke, Hagen.

Die ersten Touren sind für uns Neue auch Kennenlerntouren. Es treffen die unterschiedlichsten Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen in der Lichtschmiede zusammen – doch eins eint uns alle: Der Wunsch, obdachlosen und hilfsbedürftigen Menschen zu helfen. Zumindest für diese eine Nacht.

Es ist ruhig, bekannte Plätze sind entweder leer oder bewohnt, wir sind froh über jeden, dem wir helfen können. Wir fahren zu der Stelle, an der Andreas und ich die junge, schweigsame Frau gesehen haben. Sie sitzt wieder in der gleichen Position auf der Bank, auch dieses Mal keine Reaktion auf Ansprache. Wir wollen weiter, werden von einem Paar angehalten und ich erkenne den Vater der jungen Frau. Ich bin sehr froh, dass Steffi dabei ist – berufsbedingt stellt sie professionelle Fragen und ich lerne einiges. Das offensichtliche Vertrauen der Eltern berührt mich sehr und wir verabschieden uns mit dem Versprechen, ab und zu nach ihrer Tochter zu sehen. Die Begegnung bleibt auch auf der Weiterfahrt zunächst Thema.

Uns erreichen Anrufe vom 'Hauptquartier', Andreas und Olaf: am Hauptbahnhof hält sich einer unserer Bekannten auf, der heute Geburtstag hat. Wir fahren erst noch einige Stellen an, wo wir Menschen vermuten, die etwas aus unserem Vereinswagen benötigen. Oft sind obdachlose Menschen allein an ihrem Äußeren zu erkennen und wir halten automatsch an.

In der Fußgängerzone werden wir von einem jungen Paar gestoppt, das nicht dem typischen Erscheinungsbild von Obdachlosen entspricht. Die beiden haben sich zusammengetan, die junge Frau war obdachlos und ist bei dem jungen Mann eingezogen, der jedoch in den nächsten Tagen seine Wohnung ebenfalls verliert. Eine neue Wohnung haben sie in Aussicht, die Hilfsbedürftigkeit besteht. Verlegen fragen sie nach Terrinen und als Steffi die junge Frau nach Süßem fragt, hellt sich ihr Gesicht auf: "Gerne!" Ich hoffe sehr, dass die beiden es schaffen und sie sich ein neues, gemeinsames Leben aufbauen können.

Letzter Halt: Hauptbahnhof. Nicht nur das Geburtstagskind, auch einige weitere Menschen, die unsere Hilfe brauchen und auf uns warten, kommen umgehend zum Wagen. Das Geburtstagskind ist hocherfreut und ganz hibbelig, als Steffi die Prinzenrolle und weitere Leckereien mit überschwänglichen Worten gekonnt in Geburtstagsgeschenke "verpackt." Allmählich wird aus Nieselregen ein ausgewachsener Regen und wir verabschieden uns, versorgt sind ja alle. Es gießt wie aus Kübeln und auf der Heimfahrt gerate ich tatsächlich einige Male ganz kurz in Aqua Planing. Hoffentlich haben alle, die kein Zuhause haben, zumindest einen trockenen Unterschlupf gefunden.

Passt gut auf euch auf sagen

Steffi und Karin

von der Lichtschmiede e. V.