20. März 2026

Die Lichtschmiede legt großen Wert darauf, obdachlose Menschen individuell wahrzunehmen

Vor jeder Tour packen wir, wie alle Teams, unseren Vereinswagen am Lager. Wir füllen die Kannen mit heißem Wasser, laden unser Standardsortiment ein: Terrinen, Kaltgetränke, Kaffeepulver, Schlafsäcke, Isomatten, Hygieneartikel, Socken. Unser Platz im Auto ist begrenzt und je nach Wetterlage müssen wir z.B. abwägen, ob wir mehr warme Jacken, Mützen und Schals oder mehr T- Shirts und Jogginghosen einpacken.

Und dann sind da noch die individuellen Wünsche: Jemand hatte nach einem Thermobecher gefragt, ein anderer nach einer Jacke, einige Straßenmenschen benötigen häufig bestimmte Batterien, ein alter Bekannter isst gerne die Terrine mit Chilli und die Fischkonserve für den Strassenmenschen am Bahnhof bitte nicht vergessen. Die Teams der Lichtschmiede legen großen Wert darauf, obdachlose Menschen individuell wahrzunehmen. Viele von ihnen haben persönliche Wünsche, die im Alltag oft übersehen werden. Indem wir versuchen auf diese Wünsche einzugehen, geben wir den Menschen auf der Straße das Gefühl gesehen zu werden.

Und auch auf dieser Tour durch Wuppertal konnten wir sehr viele mit dem Notwendigsten versorgen. Und einige zeigten ihr Erstaunen und ihre Dankbarkeit wieder besonders deutlich, weil wir ihnen diese persönlichen Wünsche ganz selbstverständlich erfüllten. 'Klar, wissen schon: Kaffee mit 4 Stückchen Zucker. Wie immer!' 'Den Thermobecher haben wir heute dabei.' Diese Verbindlichkeit funktioniert natürlich nur, weil die Teams untereinander kommunizieren, Anfragen und individuelle Bedürfnisse weitergeben. Das macht einen großen Teil unsere Arbeit aus.

Nach Mitternacht kamen wir wieder am Lager an. Wir packten das, was noch übrig war, wieder aus. Die Kannen waren leer und das nächste Team macht sich wieder Gedanken: Was wird gebraucht? Wen treffen wir wahrscheinlich an und womit können wir ihm eine besondere Freude bereiten?

Passt gut auf euch auf.

Sabine und Monika

vom Team Lichtschmiede e. V.