08. Februar 2026

Wir konnten nur zuhören

Allein mit seiner Trauer trafen wir einen Mann in Witten. Mit Tränen in den Augen erzählte er uns, dass er, genau wie am Tag zuvor, seinen Bruder im Krankenhaus besuchen wollte.

Dieses Mal war alles anders.

Er stand in einem leeren Zimmer und erfuhr auf Nachfrage, dass sein Bruder verstorben sei.

Nun steht er vor dem Scherbenhaufen, den das Schicksal vor ihm aufgetürmt hat. Wäre vor Jahren nicht auch schon seine Frau verstorben, hätte er vermutlich Halt. So klammert er sich an den Alkohol.

Wir konnten nur zuhören. Das war ihm in diesem Moment aber merklich wichtiger als das Essen, die Getränke und der Gutschein für neue Schuhe. Letztere hingen wortwörtlich nur noch an einem seidenen Faden an den Füßen. Auch wenn wir den Schmerz nicht lindern können, konnten wir ihm zum Abschied doch ein Lächeln entlocken.

Die restliche Tour durch Wetter, Herdecke und Hagen verlief normal. Allerdings aktuell verhältnismäßig ruhig. Viele Bekannte waren nicht vor Ort. Hoffentlich geht es allen gut und sie konnten sich irgendwo einquartieren.

Passt auf euch auf.

Bis bald

Gudrun und Andreas