27. Oktober 2025
Die Kälte rückt näher – Hoffnung bleibt
Hallo zusammen,
die Temperaturen fallen spürbar, und das merken auch die Menschen auf der Straße. Viele beginnen, sich auf die kommenden Wochen vorzubereiten – so gut es eben geht. Es ist eine Zeit, in der warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke besonders wichtig werden.
Doch neben der Kälte beschäftigt viele ein anderes Thema: Diebstahl. Immer wieder hören wir davon, dass Taschen, Rucksäcke oder Schlafsäcke verschwinden. Dinge, die für uns alltäglich und ersetzbar scheinen, bedeuten auf der Straße oft das Wenige, das jemand besitzt. Der Verlust wiegt entsprechend schwer.
Trotz dieser Sorgen gab es auf unserer letzten Tour auch Momente voller Freude. Besonders schön war das Wiedersehen mit einem Mann, den wir seit vielen Jahren kennen. Früher lebte er auf der Straße – heute hat er seit zwei Jahren seine eigene Wohnung. Ein strahlendes Lächeln, fester Händedruck, ehrliche Dankbarkeit.
Solche Begegnungen sind für uns ein starkes Zeichen: Es gibt Wege heraus aus der Obdachlosigkeit. Sicher, sie sind selten einfach, oft lang – aber sie sind möglich. Und jede kleine Unterstützung kann ein Schritt auf diesem Weg sein.
Auch Passanten zeigten diesmal reges Interesse. Mehrere blieben stehen, stellten Fragen und wollten wissen, was genau wir tun. Solche Gespräche freuen uns sehr, denn sie schaffen Bewusstsein – und vielleicht auch neue Mitstreiter, die sich engagieren möchten. Unsere Arbeit in diesen Nächten ist mehr als das Verteilen von Kleidung oder Essen. Es geht darum, da zu sein – mit offenen Ohren, offenen Augen und offenem Herzen. Denn hinter jeder Begegnung steckt eine Geschichte, und manchmal beginnt Veränderung genau in dem Moment, in dem jemand zuhört.
Weiterhin bedanken wir uns wieder einmal für eine der zahlreichen Spenden, welche Sabine diese Woche in Wuppertal abholen durfte.
Bis bald,
Sabine und Knut
vom Team Lichtschmiede e. V.