23. Januar 2025
Ordentlich abgestellte Turnschuhe
Als Steffi und ich das Auto für unsere Tour packten, wurde es schon merklich kälter. Zudem fing es auch noch an zu regnen und der Wind nahm zu. Kein Wetter, um draußen zu übernachten.
So machten wir uns auf den Weg und fuhren unsere geplanten Städte an.
In einer Passage sahen wir einen mit Planen abgeschirmten Schlafplatz. Davor standen ordentlich abgestellte Turnschuhe. Dahinter lag, dick vermummt, ein Mann, der tief und fest schlief.
Hoffen wir, dass die Schuhe auch noch dort stehen, wenn er aufwacht.
Gegenüber saß ein junger Mann auf dem Boden. Wir stellten uns kurz vor und fragten, ob er Hilfe benötige.
Doch er lehnte dankend ab. Wir waren uns nicht sicher, ob ihm unsere Hilfe vor den Passanten unangenehm war oder ob er tatsächlich nichts benötigte.
Dennoch verabschiedete er uns mit einem "Danke" – danke dafür, dass wir auch nach ihm geschaut und ihn angesprochen hatten. Zu oft werden diese Menschen leider nicht beachtet oder geraten in Vergessenheit.
Wir schauten auch noch an der Stelle vorbei, an der Steffi und Olaf am Dienstag etwas hinterlegt hatten. Leider wurde es noch nicht abgeholt. Vielleicht sieht Steffi den Herrn aber noch einmal tagsüber und kann ihm sagen, wo genau wir die Dinge abgelegt haben.
So fuhren wir bei anhaltendem Regen die nächste Stadt an. Auch dort war es verhältnismäßig ruhig.
Scheinbar sind für diesen Abend viele obdachlose Menschen irgendwo untergekommen. Wir würden uns für jeden Einzelnen freuen.
Eine ältere Dame aber saß wie immer an einer Bushaltestelle. Sie wachte auf, als wir langsam an ihr vorbeifuhren. Ich denke, man hat nur einen leichten Schlaf, weil man unterbewusst ständig auf mögliche Gefahren achtet.
Den von ihr so geliebten Karamellkaffee und einige Handwärmer durften wir ihr geben. Sie ist immer sehr still und möchte nur wenige Dinge.
Möge sie gut auf sich aufpassen – so wie alle anderen auch.
Da morgens wieder sehr früh der Wecker klingelt, machten Steffi und ich uns auf den Rückweg zum Lager und tauschten uns über das Erlebte aus. Ein wichtiger Bestandteil dieses besonderen Ehrenamts.
Schaut bitte hin und nicht weg.
Steffi und Susanne
vom Team Lichtschmiede e. V.