20. April 2025

Mitten im Alltag des Überlebens

Hallo zusammen,

unsere Ostersonntags-Tour war in vielerlei Hinsicht besonders – nicht nur wegen ihrer Länge, sondern auch wegen der vielen eindrucksvollen Begegnungen und Momente, die uns nachhaltig berührt haben.

Bei wechselhaftem Wetter, das uns zunächst mit Regen und Gewitter begrüßte, machten wir uns auf den Weg. Von Wetter (Ruhr) über Witten und Hagen bis nach Wuppertal. Eine echte Mammut-Strecke – und dennoch keine Minute zu viel.

Im Gepäck hatten wir dieses Mal nicht nur die üblichen Dinge wie Kleidung, Schlafsäcke, Isomatten, Hygieneartikel und heiße Getränke, sondern auch kleine Osterpräsente. Diese wurden mit großer Rührung und ehrlicher Freude angenommen.

Für viele Menschen, die auf der Straße leben, sind Feiertage oft besonders schwer – eine kleine Aufmerksamkeit kann da viel bedeuten. Mancher Blick, der sich bei der Übergabe der bunt verpackten Schokolade veränderte, sprach Bände. Ein kurzer Moment von Normalität, von Festlichkeit – mitten im Alltag des Überlebens.

In Hagen trafen wir einen Mann wieder, der bei einer früheren Tour einen unserer Rucksäcke bekommen hatte. Sein herzlicher, fast enthusiastischer Dank hat uns tief berührt. Es sind solche Begegnungen, die uns bestätigen, wie notwendig und nachhaltig unsere Hilfe wirkt. Dass ein Rucksack, der für uns eine einfache Sachspende ist, jemandem so viel Sicherheit und Wertschätzung schenken kann, macht uns stolz – und auch ein wenig demütig.

Auch andere Menschen freuten sich sichtlich über warme Socken, Unterwäsche und heiße Getränke – Kaffee und Tee mit viel Zucker, wie gewohnt. Für viele bedeutet ein solches Angebot nicht nur körperliche Wärme, sondern auch ein Stück Geborgenheit und ein Anlass für ein Gespräch. Und gerade diese Gespräche sind oft das Wertvollste, was wir schenken können.

Nachdem das Wetter sich beruhigt hatte, wurde es eine ruhige Nacht – abgesehen von einer lauten, aber fröhlichen Gruppe feiernder Fußballfans, die an uns vorbeizog. Die restliche Tour verlief ruhig, fast friedlich, und gab uns Raum für längere Gespräche mit den Menschen, die unsere Hilfe brauchen.

Der Ostersonntag hat uns erneut gezeigt: Hilfe bedeutet weit mehr als nur die Verteilung von Kleidung oder warmen Getränken. Es ist das ehrliche Zuhören, das gegenseitige Vertrauen, das sich in Gesprächen auf Augenhöhe entwickelt. Es ist das Gefühl, für einen Moment gesehen zu werden – nicht als Bedürftiger, sondern als Mensch. Unsere Aufgabe endet nicht mit der Übergabe einer Isomatte – sie beginnt oft erst mit einem offenen Wort, einem Lächeln oder einem gemeinsamen Schweigen.

Deshalb sind wir unterwegs – bei Wind und Wetter, an Wochenenden und Feiertagen, über viele Kilometer hinweg.

Wenn du dir vorstellen kannst, uns zu unterstützen – mit Zeit, Spenden oder einfach einem offenen Herzen – dann freuen wir uns sehr, dich im Team Lichtschmiede e.V. willkommen zu heißen.

Bis bald,

Andreas und Knut

vom Team Lichtschmiede e. V.