10. Juli 2025

Und manchmal sind das genau die Dinge, die am meisten fehlen

Tour auf vier Pfoten

Bei unserer gestrigen Tour gab es ein kleines Debüt: Meine Hündin Josie hat uns zum ersten Mal begleitet – als neues Teammitglied auf vier Pfoten.

Die erste Stunde verlief eher ruhig. Die meisten Menschen, die wir aufsuchten, schliefen noch – und wir lassen sie schlafen. Auch wenn wir wissen, dass das, was wir im Auto dabeihaben, dringend gebraucht würde, respektieren wir diesen Moment der Ruhe.

Vielleicht ist es der einzige Schlaf, den sie finden konnten.

Vielleicht auch ein Rückzug aus einer Realität, die zu schwer ist.

Und manchmal wissen wir nicht, ob ein sanftes Wecken als Hilfe oder als Bedrohung empfunden würde – also bleiben wir still. Doch mit jeder Stunde, die verging, begegneten wir mehr Menschen.

Menschen, die uns kannten, sich freuten uns zu sehen.

Menschen, die müde waren – aber offen.

Wir verteilten, was unser Lichtschmiede-Auto hergab: Terrinen, Süßigkeiten, Kaffee, Wasser – aber auch Schlafsäcke, Schuhe, Unterwäsche und Hygieneartikel. Besonders am Hagener Hauptbahnhof war viel los – wir konnten dort bestimmt 20 Menschen versorgen.

Und mittendrin: Josie. Sie war mehr als nur dabei – sie war willkommen. Mit ihrer fröhlichen Art hat sie viele Herzen im Sturm erobert. Zwischen all den großen und kleinen Bedürfnissen, die wir zu erfüllen versuchten, wurde Josie zu einem stillen Bindeglied: Sie wurde gestreichelt, angelächelt, begrüßt wie eine alte Bekannte.

Ein junger Mann teilte nicht nur Streicheleinheiten, sondern auch sein mühsam gekauftes Brötchen mit ihr – ein Moment, den ich kurz festhalten durfte. Vielleicht kommt Josie nun öfter mit.

Denn während wir uns bemühten, alle Wünsche zu erfüllen, brachte sie etwas mit, das wir nie im Auto verstaut haben: Leichtigkeit. Wärme. Nähe.

Und manchmal sind das genau die Dinge, die am meisten fehlen.

Passt gut auf Euch auf sagen

Kathrin und Susanne

vom Team Lichtschmiede e. V.