02. September 2025
Niemand darf vorverurteilt werden
Dienstagabend: mal wieder Zeit für eine geplante Tour durch Hagen und Umgebung.
Heute war ich ausnahmsweise mal alleine unterwegs, da ein Teammitglied kurzfristig absagen musste und sich auf die Schnelle kein Ersatz gefunden hatte. Aber aufgrund mehrerer Anfragen im Vorfeld sollte die Tour auf jeden Fall stattfinden.
Mit vollgepackten Wagen traf ich recht schnell eine Gruppe von vier jungen Männern an, die sich in ihrem kleinen "Camp" ein Lagerfeuer zum Aufwärmen angezündet hatten. Freudig über mein Erscheinen nahmen sie ein paar heiße Terrinen, Wasser und Hygieneartikel und einen Schlafsack in Empfang und wünschten mir in einem Mix aus Deutsch und Polnisch dankbar einen schönen Abend.
In anderen Stadtteilen von Hagen traf ich niemanden an, so führte mich die Reise Richtung Zentrum zurück. Es war viel los, viele Menschen drängelten sich um unseren Wagen. Schnell merkte ich aber, dass es sich bei all den Leuten nicht nur um bedürftige oder obdachlose Menschen handelte, sondern auch um welche, die versuchten, einfach mal einen Kaffee abzustauben und zu schauen, was wir denn noch alles verteilen würden. Hier muss man klar abgrenzen und ich vertröstete diese Menschen auf einen späteren Kaffee, nachdem alle anderen, die man schon persönlich kannte und wusste, dass sie sich in einer Schieflage befinden, versorgt hatte. Niemand darf vorverurteilt werden, aber es wird aufgrund der immer mehr werdenden Personen, die uns aufsuchen, immer schwieriger zu beurteilen, wer in Not ist und wer nicht.
Erschreckend ist aber auch, dass gerade zum Monatsbeginn, wo es für die meisten Bedürftigen Bezüge in Form von Bürgergeld, etc., gab, trotzdem so vielen Menschen nach Hilfe und Unterstützung suchen. Die Lichtschmiede e. V. stellt sich dieser Herausforderung und bittet daher weiterhin um materielle oder auch finanzielle Unterstützung.
Passt alle auf euch auf sagt
Olaf
vom Team Lichtschmiede e. V.