Er kam mit Sonnenbrille und einem Cowboyhut auf einem skurrilen Fahrrad in Schlangenlinien auf unser Lichtschmiede Auto zu, kam Millimeter davor zum Stehen.
Zirkusreif!
Wir kennen ihn, wissen wo sein Lager auf der Straße ist.
Bis jetzt waren es immer alte Drahtesel, auf denen er sich fortbewegte.
Dieses Bike war wohl eine Sonderanfertigung und zog alle Blicke auf sich.
Woher er es hatte?
Wir konnten es auch bei einem längeren Gespräch bei einer Terrine nicht herausfinden.
Eine Unterhaltung ist auch nicht so leicht, denn er hat einen ungezügelten Bewegungsdrang, tänzelt durch die Welt.
Einfach nur filmreif.
Im Bahnhof saß ein Mann, der in ein kleines Notizbuch schrieb, sein "Bridget Jones Tagebuch", wie er uns später erklärte.
Man entwickelt im Laufe der Zeit einen Blick für Bedürftigkeit und er war ziemlich offensichtlich bedürftig.
Wir stellten uns vor und boten ihm eine warme Terrine an, fragten nach weiteren Wünschen.
Er war so überrascht von unserem Angebot.
"Für mich?"
Wir freuten uns mit ihm, als er mit Genuss die Nudelsuppe verzehrte.
Wenig später trafen wir den Straßenmenschen, der sich im Laufe der Zeit immer mehr geöffnet hat.
Er ist sehr bescheiden, nimmt höchstens einmal einen Tee, eine Terrine.
Er sucht in erster Linie das Gespräch.
Ganz nebenbei zeigte er dieses Mal auf seine Schuhe, die durchlöchert waren, taugten nicht mehr für die Strecken, die er täglich bewältigt.
Als wir ihm einen Gutschein für eine bekannte Schuhkette in die Hand drückten, war er völlig überrascht.
Er hätte niemals danach gefragt - nicht damit gerechnet, dass wir da helfen können.
"Das ist ja cool!"
Seine Art Freude zu zeigen eben.
An diesem Abend wurde uns auch bewusst, dass aufgrund der Jahreszeit nun immer mehr T- Shirts gefragt sind.
Obdachlose Menschen haben keinen Kleiderschrank, aus dem sie schöpfen können.
Sie haben nur das, was sie gerade am Leib tragen.
Ja, wir hatten wieder eine coole Tour, weil es ein cooles Gefühl ist, helfen zu können.
Passt auf euch auf. Sabine und Monika vom Team Lichtschmiede e. V.