"Tröstende Kinder" zeigt ein StreetArt-Gemälde in Wuppertal-Oberbarmen - eins von neun sehenswerten Kunstwerken an Häuserfassaden, die sich über die Stadt verteilen.
Auf unserer Tour fahren wir oft kreuz und quer durch das Gewirr von dicht beparkten engen Straßen, Baustellen, Einbahnstraßen, immer auf dem Weg, zu möglichen Aufenthaltsorten obdachloser Menschen.
An diesem Abend begegnete uns dabei dieses eindrucksvolle Bild.
Wir hatten eine Verabredung mit zwei Frauen, die in einer Notunterkunft Obdach gefunden hatten, ansonsten aber völlig mittellos waren.
Andreas hatte nach ihrem telefonischen Hilferuf eine Tasche mit Konserven und Hygieneartikeln gepackt, die wir nun übergaben.
Sie freuten sich sichtbar, bedankten sich überschwänglich, aber man merkte ihnen trotzdem ihre Niedergeschlagenheit an.
Wenigstens hatten sie einander, konnten die Not teilen und sich gegenseitig trösten.
In Vohwinkel besuchten wir alte Bekannte, unter anderem ein Paar, das sich oft laut beschimpft, sich häufig trennt und wieder zusammenkommt.
Sie brauchen sich, um auf der Straße zu überleben.
Wir halfen mit einer warmen Mahlzeit und einem Kaffee.
Aber in den vielen verzweifelten Momenten, die das "Straßenleben" mit sich bringt, haben sie letztendlich doch einander, trösten sich gegenseitig.
Am Hauptbahnhof hatten sich viele Straßenmenschen zusammengefunden, die auf uns gewartet hatten und die wir mit dem Notwendigsten versorgen konnten.
Das Wort "Hunger" begegnete uns dabei häufig. Es fühlt sich für uns immer sonderbar an.
Hunger bezeichnet hier einen Zustand, der anhält, ohne auf absehbare Zeit gestillt zu werden.
Fremd für uns eben, die wir dann einfach an den Kühlschrank gehen oder etwas Leckeres kaufen würden.
Aber unser "Lichtschmiede-Auto" ist immer gut gefüllt und unsere Terrinen sind für einige oft die einzige warme Mahlzeit des Tages.
Voller Heißhunger aß auch der Bekannte eine Terrine, für den wir vor zwei Wochen noch den RTW gerufen hatten.
Es ging ihm sichtlich besser und er war mit einem "Kumpel" unterwegs, der einen Schlafsack brauchte.
Wir helfen mit dem, was uns möglich ist.
Das andere Helfen in verzweifelten Momenten leisten meist jene Menschen, die sich in der gleichen Situation befinden, auf der Platte leben und deshalb genauso empfinden.
Wirklichen Trost kann nur der spenden, der gleiches erlebt.
Eure Sabine und Monika