Regen, Nässe, eiskalter Wind, es bahnte sich eine ungemütliche und lange Tour für uns an.
Doch Wetterkapriolen konnte die Lichtschmiede noch nie stoppen.
Zum Glück meinte es der Wettergott aber im Laufe des Abends doch noch gut mit uns und der Regen ließ immer mehr nach.
In Hagen fuhren wir zunächst die uns bekannten Schlafstellen einiger obdachloser Menschen an, trafen aber nur auf eine Person, die ohne Decke frierend unter einer Überdachung lag.
Wir sprachen sie an und sofort wurde unsere Hilfe in Form eines warmen Schlafsackes und einer kleinen Lampe dankend angenommen.
Mehr war hier nicht erwünscht.
Wir leuchteten den Schlafplatz so lange aus, bis der Mann den Schlafsack ausgepackt hatte und hineingeschlüpft war, denn ein Schlafsack hilft nur, wenn man auch hineinschlüpft und den Reißverschluss zumacht.
Als reine Decke ist ein Schlafsack nicht sehr hilfreich.
Mit einem großen Danke verabschiedete er sich dann ins Reich der Träume.
Am Hauptbahnhof durften wir noch diejenigen versorgen, die teils zwar in einer Notunterkunft der Stadt nächtigen, aber zum Leben sonst nicht viel haben und meistens sehr hungrig sind.
Hier konnten wir mit heißen Terrinen, Süßkram und Schokolade, heißen und kalten Getränken, aber auch mit Hygieneartikeln und Handschuhen weiterhelfen.
Unsere Tour führte uns weiter über Herdecke, Wetter, Witten und Gevelsberg zurück zum Lager nach Ennepetal.
Wir durchkreuzten intensiv alle Stadtzentren und schauten auch an Plätzen vorbei, an denen wir in der Vergangenheit immer mal wieder Bedürftige angetroffen haben.
In den kleineren Städten ist die Zahl von wohnungslosen Menschen in der Regel niedriger als in den „Großstädten“, aber die Erfahrung zeigt uns, dass es sich immer wieder lohnt, nein, besser gesagt auch erforderlich ist, diese Städte mit anzufahren, um unsere Hilfe anzubieten.
So trafen wir auch noch einen jungen polnischen Mann an, der zwar in einem Schlafsack eingemummelt auf dem kalten Boden lag, aber sonst nur mit einem Trainingsanzug bekleidet war.
Er war sehr dankbar für einen warmen Parka, den wir instinktiv mit auf Tour genommen hatten.
Auch sonst freute er sich über zwei heiße Terrinen, Getränke, Schokolade und Hygieneartikel.
Weit nach Mitternacht beendeten wir dann unsere Tour, wieder einmal mit dem guten Gefühl, Hilfe an richtiger Stelle geleistet zu haben.
Passt gut auf euch auf, Olaf und Andreas vom Team Lichtschmiede e. V. – Hilfe, die ankommt!