17. Mai 2024

Es kam uns vor, als hätten sie alle auf uns gewartet

Unser Vereinswagen war wie leergefegt, als wir den Heimweg antraten.

Sie schlafen nun alle wieder draußen, die obdachlosen Menschen. Teilweise haben sie die kalte Jahreszeit in Unterkünften, Parkhäusern oder anderen Unterschlüpfen verbracht.

Uns kam es so vor, als hätten sie alle auf uns gewartet.

Wir kamen nicht nach mit der Ausgabe von Terrinen, Getränken, Schlafsäcken und Isomatten. Viele, die wir vermisst hatten, standen plötzlich wieder vor uns.

"Drüben im Park sind auch noch ganz viele", erzählte uns ein Bekannter.

Was wir dort antrafen, glich einer großen Obdachlosen-Community, die sich über den hell beleuchteten Park verteilte. Einige schliefen schon, andere standen in Gruppen zusammen. Einige hatten Hunger oder benötigten notwendiges Equipment für das Schlafen im Freien. Und wir konnten helfen.

Als wir alle versorgt hatten, belohnten wir uns mit einem Cappucchino.

Plötzlich sprach uns der Mann am Nebentisch an:
"Ich habe jetzt längere Zeit das Treiben am Auto beobachtet und bin beeindruckt, wie diszipliniert alle warten, bis sie an der Reihe sind. Insgesamt 'ne tolle Sache, euer Verein. Dafür spende ich gerne."

Und prompt drückte er uns 10 € in die Hand und gab uns auch die Zustimmung, dass wir sein Bild veröffentlich dürfen.

Immer wieder treffen wir auf Menschen, die uns spontan, oft im Vorbeigehen, eine Spende zukommen lassen. Und immer wieder überrascht es uns, wie viele eben hinsehen, nicht gleichgültig bleiben. So lange es Menschen gibt, die unseren Verein mit kleinen oder größeren Spenden unterstützen, so lange können wir wirksam helfen.

So, wie auf dieser Tour.

Passt auf euch auf.

Monika und Sabine

vom Team Lichtschmiede e. V.