11. Oktober 2024

Es hätte uns keine Ruhe gelassen

Als wir uns von unserem Lager in Ennepetal auf den Weg nach Wuppertal machten, war es noch gar nicht besonders kalt. Das Vereinsauto war trotzdem vollgepackt mit dem Notwendigen, was benötigt wird, um die Nacht nun in dieser Jahreszeit gut zu überstehen.

Als erstes trafen wir uns mit einem jungen Mann, der nun eigentlich zu einer Reha sein sollte und der, zu unserer Überraschung, nun doch nicht dort war.

Er hatte viel zu erzählen.

Warum er dort nicht angekommen ist.

So viele Hindernisse, die er einfach nicht bewältigen konnte.

Wir hoffen nun mit ihm, dass es zu einem späteren Zeitpunkt klappt.

Bei ihm war eine junge Frau, wir kannten sie noch nicht. Auch sie hatte viel zu erzählen. Aber da wir ja noch einige Stellen anzufahren hatten, mussten wir uns dann nach einiger Zeit verabschieden.

Bei unserem nächsten Halt füllte es sich schnell um unser Auto. Wir lernten auch dort neue Gesichter kennen und die Freude über einen Schlafsack, Isomatte und natürlich Heißes für den Bauch war riesig.

Es war nur noch 4° Grad und dementsprechend verfroren kamen die Straßenmenschen zu uns. Die Hände dann am heißen Kaffee wärmend, gab es auch dort wieder viel zu erzählen.

Diese Gespräche, sie sind so wichtig und stehen häufig auch mal im Vordergrund.

Als wir dort wegfuhren, war das Auto schon um ein vielfaches leerer. Wir fuhren dann noch alle anderen, uns bekannten Stellen an.

Es war nun schon weit nach Mitternacht, aber es hätte uns sonst keine Ruhe gelassen.

Unseren langjährigen Bekannten haben wir zum Glück auch noch angetroffen und konnten uns vergewissern, dass es ihm soweit gut geht und ihn natürlich versorgen.

Es war eine lange und anstrengende Tour. Aber sie hat sich gelohnt, weil wir in allen Gesichtern der Straßenmenschen sehen konnten, wie dankbar sie für unsere Hilfe sind.

Passt immer gut auf euch auf

Thomas und Sabine

vom Team Lichtschmiede e. V.