08. März 2024

Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort!

Das waren wir definitiv auf unserer Wuppertal-Tour. Zum Glück!
Er kam uns mit einem Rollator entgegen und wir erkannten ihn erst, als er vor uns stand. Der Straßenmensch, den wir am längsten begleiten von allen und dessen Selbstzerstörung wir über Jahre miterleben mussten. Da waren Drogen, Alkohol und das alles immer exzessiv. Wir hatten ihn in der letzten Zeit nur sporadisch gesehen, immer weiter körperlich gehandicapt, Aufenthalte in der Psychiatrie, im Krankenhaus und anderen Einrichtungen für die, die nicht mehr selbstständig leben können. Woher kam er nun? Er konnte es uns nicht sagen. Sein Zustand war absolut katastrophal. Der Rollator konnte ihm keinen Halt mehr bieten, sein linkes Bein zog er nach, er zitterte am ganzen Körper und er brachte das, was er sagen wollte, nicht mehr verständlich raus. Schlaganfall? Was wir verstanden war: "Helft mir". Noch niemals in der Vergangenheit hatte er Hilfe gewollt und dann gab es auch kein Überlegen. Wir riefen den RTW. Während wir auf einer Bank mit ihm warteten, beteten wir, dass er noch rechtzeitig eintreffen würde. Die Sanitäter machten sich mit einigen gezielten Fragen schnell ein Bild der Situation und dann ging es sofort in den Rettungswagen.
Die Erleichterung darüber, dass ihm nun bestmöglich geholfen wird, begleitete uns auf der restlichen Tour zu denen, die auch immer unsere Hilfe brauchen. Eine warme Mahlzeit, ein Schlafsack, ein Gespräch lindern die Not. Wo das Leben auf der Straße aber enden kann, das hatten wir an diesem Abend hautnah erlebt.
Eure Sabine und Monika.