03. Juli 2024
Manchmal kommt es anders, als man denkt…
… ein Motto, welches auf unsere heutige Tour voll zutreffend war.
Regen, Regen, Regen - den ganzen Tag Regen. Wir hatten uns schon darauf eingestellt, heute eine Tour mit unserem Vereinswagen zu fahren, welchen wir dann vielleicht als U-Boot hätten nutzen können. Aber es kam anders als gedacht.
Gegen Abend verzog sich der Regen und Steffi und ich konnten unsere Vorbereitungen am Lager im Trockenen absolvieren.
Ursprünglich war auch angedacht, dass wir heute unsere Tour zu dritt fahren würden, aber auch hier kam es halt anders als gedacht. Geplant war, dass Steffi und ich pünktlich losfahren konnten, um Kathrin in Hagen noch einzusammeln. Am Lager trödelten wir jedoch viel zu lange mit der Suche nach bestimmten Dingen, was uns dazu verdonnerte, noch schnell an einem Supermarkt zu halten und die fehlenden Dinge einzukaufen. Für Kathrin, die am nächsten Morgen wieder sehr früh raus musste, wurde das alles zu spät und sie sagte schweren Herzens die Tour ab. Wieder kam es anders als geplant.
Auf dem Weg nach Hagen erzählte ich Steffi davon, wie Andreas und ich auf einer der letzten Touren eine junge bettelnde Frau an einem Supermarkt angetroffen hatten, die sich wunderte, dass seit geraumer Zeit kein Kunde mehr den Markt verlassen hatte. Wir mussten sie aufklären, dass der Markt schon seit fast einer halben Stunde geschlossen hatte, woraufhin sie selbst etwas schmunzeln musste. Den Luxus, eine Uhr sein Eigen zu nennen, haben viele obdachlose Menschen halt nicht und man verliert sehr schnell das Zeitgefühl. Eben anders, als man es im Zeitalter von Handys und Smartwatches kennt.
Unerwartet trafen wir diese junge Frau dann mit einem Freund an einem Supermarkt am anderen Ende der Stadt an. Sie erkannte mich wieder und wir wärmten die alte Story nochmals lachend auf. Nachdem wir beide mit heißen Terrinen und Hygieneartikeln versorgt hatten, ging es kreuz und quer durch Hagen. Dabei schauten wir in alle Ecken und an uns bekannten Plätzen vorbei.
Auch anders als erwartet war es am Hauptbahnhof erst recht ruhig. Als wir jedoch von unserer Fußrunde zum Wagen zurückkehrten, warteten schon einige mittlerweile gut bekannte Menschen auf uns. Sie freuten sich über etwas Warmes im Bauch und zahlreiche dringend benötigte Hygieneartikel - Dinge, wofür diese Menschen einfach kein Geld übrig haben.
Jede Tour ist anders, jede Tour ist außergewöhnlich. Wir erleben immer etwas anderes, etwas Neues - halt anders, als viele denken mögen.
Mit dem guten Gefühl, wieder etwas Gutes getan zu haben, machten wir uns dann auf den Rückweg.
Passt auf euch auf
Steffi und Olaf
vom Team Lichtschmiede e. V.