29. November 2023

Ein Ehrenamt von Herzen kann in guter Erinnerung bleiben

"Denke an Menschen da draußen,
die dort leben bei Tag und Nacht,
unter Brücken dürftig hausen,
und hämisch dafür ausgelacht.
Sie kämpfen ums Überleben,
bitten um Geld und etwas Brot,
lassen sich gern Suppe geben,
die sie durchwärmt, in ihrer Not.
Tägliches Leid überstehen,
und nicht erfrieren in der Nacht,
sie wollen leben und sehen,
wie die Frühlingssonne lacht.
Ich bin zurück vom Spaziergang,
bitterkalt war´s und es lag Schnee,
jetzt sitz ich steif auf der Eckbank,
wärme mich auf, mit heißem Tee."

Ein Auszug aus einem Gedicht von Horst Rehmann, der die aktuelle Situation der Menschen auf der Straße ein wenig widerspiegelt.
Nach fast eineinhalb Jahren, die ich im Ehrenamt nicht mehr mit draußen auf der Straße war, fuhr ich gestern Abend mit Andreas mal wieder eine Tour durch die Städte Hagen, Wetter und Gevelsberg. Es dauerte gar nicht lange und ich fühlte mich im Vereinsauto sitzend genauso motiviert und freudig wie zu früheren Zeiten, mit dem kleinen Unterschied, dass es jetzt alles viel unkomplizierter und lockerer ist als früher.
Recht schnell erkannte ich auch mir noch bekannte Gesichter wieder, mich innerlich fragend, ob ich mich darüber nun freuen oder eher traurig sein sollte, dass diese Menschen es immer noch nicht geschafft hatten, eine feste Bleibe mit einem Dach über den Kopf zu finden. Auch einige der Bedürftigen erkannten mich wieder, dass freute mich sehr und bewies, dass ein Ehrenamt von Herzen in guter Erinnerung bleiben kann.
Andreas und ich durften in Hagen einigen Bedürftigen mit heißem Kaffee, Tee und Terrinen etwas Wärme schenken. Stärker nachgefragt waren aufgrund der Kälte aber Handschuhe, Mützen und Socken. Hier wurden uns die uns gespendeten und selbst gestrickten Dinge quasi aus der Hand gerissen, denn diese mit Liebe hergestellten Sachen wärmen besonders gut und sind immer wieder begehrt.
Weiter ging unsere Fahrt Richtung Wetter, denn wir vermissen seit einiger Zeit einen guten Bekannten, der von Hagen nach Wetter umgesiedelt sein soll. Mit wachsamen Augen durchfuhren wir die Innenstadt und den Bahnhofsbereich, aber hier war zu später Stunde niemand mehr anzutreffen. Wir hoffen, dass unser Bekannter und alle anderen einen trocknen und warmen Platz für die Nacht gefunden haben.
Es ist spät geworden. Auf dem Rückweg machten wir noch einen Streifzug durch die Gevelsberger Innenstadt, aber auch hier war es ruhig und das Städtchen lag schon in Tiefschlaf.
"Vielleicht auf bald", so verabschiedeten Andreas und ich uns dann in die Nacht, mit dem guten Gefühl, wieder etwas Gutes getan zu haben.
Andrea und Olaf