17. November 2023

Einiges bleibt hier auf der Strecke, aber Emphatie und Menschlichkeit nicht

Heute starteten Sabine und ich eine späte Tour.
Bedingt durch den Job konnte ich leider erst nach meiner Spätschicht. Wir waren aber guter Dinge, auch noch zur Schlafenszeit dem einen oder anderen helfen zu können.
Wir trafen uns am Lager und es ging direkt Richtung Wuppertal. Wie erwartet gab es auch jetzt noch genug zu tun. Alle waren dankbar für einen Mitternachts-Snack.
Ein Herr hatte gar nichts mehr. Er schlief auf dem blanken Boden ohne Decke, ohne Schutz vor der Kälte. Er bekam quasi einmal alles. Sein Gesicht sprach Bände, als er alles in einen neuen Rucksack packte. Allein für ihn hätte sich die Tour gelohnt. Dann erzählte er uns, dass er gehört hätte, ein gemeinsamer Bekannter, ebenfalls obdachlos, wäre gestorben. Tränen flossen dabei über sein Gesicht.
Das Leben auf der Straße ist hart, die Menschen die dort leben sind es nicht. Sie sind wie eine Familie, passen gegenseitig aufeinander auf, teilen und leiden mit, wenn es einem Bekannten schlecht geht. Vieles bleibt hier auf der Strecke, aber Emphatie und Menschlichkeit nicht.
Gute Nacht, Sabine und Andreas vom Lichtschmiede e. V. Team
Update zum angeblichen Verstorbenen: Es stellte sich als eine Falschmeldung heraus. Der Herr ist glücklicherweise runter von der Straße und es geht ihm gut