14. Juni 2023

Bürokratie ist wichtig aber ein Fluch, wenn sie keine schnelle Hilfe bietet

Am gestrigen Mittwoch starteten Yvonne, Sabine und Tom die Tour in Hattingen.
Da es tagsüber schon sehr warm war, packten wir zusätzlich genügend leicht gekühlte Getränke ein und fuhren los. In Hattingen waren viele Obdachlose in den frühen Abendstunden nicht an ihren Plätzen, was für diese Jahreszeit in nicht überraschend war. Wir fuhren im Anschluss nach erfolgloser Suche in Hattingen weiter nach Hagen in die Innenstadt und besuchten im gleichen Zuge den Hauptbahnhof. Dort trafen wir uns bekannte Personen und versorgten alle mit Wasser und Essen.
Wir sprachen über die ansteigenden Temperaturen und die damit zusammenhängenden Probleme der Obdachlosen. Genug und regelmäßig trinken ist eine Notwendigkeit, die gerne mal vergessen wird. Nach einer Menge Smalltalk und Meinungsaustausch fuhren wir weiter nach Wuppertal ins Parkdeck zu den uns bekannten Personen. Es war trotz dem schwülen Wetter gute Stimmung und wir versorgten alle mit Kaffee und Terrinen. Nachdem wir noch eine Lage Süßigkeiten verteilt hatten, fuhren wir weiter Richtung Uni und trafen dort auf weitere Personen, die uns schon erwarteten und wirklich ein Wasserproblem hatten. Es zog sich weiter durch den Abend, dass bei solchen Wetterverhältnissen das Leben auf der Straße genauso anstrengend ist wie an winterlichen Tagen.
Nach weiteren Stopps in Wuppertal kamen wir in die Innenstadt von Elberfeld, wo sich zwei Obdachlose auf einer Treppe befanden, die schon länger auf der Straße Leben und derzeit darum ringen, die benötigten Papiere zu bekommen, um wieder einen festen Wohnsitz beantragen zu können. Ich habe für mich an diesem Abend wieder gemerkt, dass es wichtig ist, Bürokratie zu haben, sie aber im gleichen Zug ein Fluch ist, wenn sie langwierig ist und keine schnelle Hilfe bietet. Wir blieben noch eine Weile und unterhielten uns mit den beiden, die gute Laune und viel Redebedarf hatten. Dann schlossen wir den Abend und machten uns auf den Heimweg. Für diesem Abend nahmen wir mit, dass wir für sommerliche Tage und Nächte mehr Wasser an Board haben müssen. Es war dieses Mal noch genug, aber der Sommer steht ja noch an.
Tom