Gudrun, Andreas, Josch und Sabine unterwegs auf den Straßen um da zu helfen, wo Hilfe nötig ist.
Erst ging es für Andreas und mich ins Lager, um für die Fahrt alles vorzubereiten.
Viele Terrinen, Süßes, heiße und kalte Getränke haben wir ja immer an Bord, ebenso Schlafsäcke und Isomatten.
Da wir aber selten im Voraus wissen, was sonst noch dringend benötigt wird, schauen wir immer, eine bunte Mischung dabei zu haben.
Zur Zeit sind Feucht- und Taschentücher z.B sehr gefragt, aber auch wärmende Hoodies.
Auch wenn die Tage nun schon relativ warm sind, die Nächte sind es nicht.
Ebenso wird häufig nach Socken und Unterhosen gefragt.
Gut ausgestattet holten wir dann Gudrun und Josch ab und wir fuhren als erstes nach Hagen.
Nach telefonischer Rücksprache trafen wir uns mit einem uns guten Bekannten.
Er freut sich immer sehr, nicht nur über Terrine und Co, sondern auch über Gespräche.
Einfach nur mal etwas reden, vom Erlebten erzählen und auch Spaß haben.
Heute brachte er ein befreundetes Pärchen mit und alle hatten viel Hunger und Kaffeedurst.
In unmittelbarer Nähe unseres Treffpunkts saß ein uns bekannter Straßenmensch auf dem Boden.
Schlafend an einem Betonpfeiler.
Aber er roch wohl den Kaffee und die Terrinen und war auf einmal wach.
Auch er hatte sehr Hunger und Durst.
Ein neuer Schlafsack wurde ebenfalls benötigt.
Der alte war schon so zerschlissen und hatte keinen Kälteschutz mehr.
Man merkt, es ist Sonntag, spät am Abend.
An Sonn- und Feiertagen ist es in den Städten leerer und so gibt es weniger Menschen, die durch Geld- oder Essensspende unsere Freunde auf der Straße unterstützen.
Es dauerte nicht lange und ein nächster Bekannter von uns kam zum Auto.
Er hatte einen Freund dabei, der noch relativ "neu" auf der Straße ist.
So stand dann eine bunte Traube Menschen um das Vereinsauto herum und es wurde bei Terrine und Kaffee viel erzählt.
In solchen Situationen ist es immer schön, zu dritt unterwegs zu sein.
Man kann sich besser aufteilen und so den einzelnen Menschen gerecht werden.
Und genau das möchten wir vermitteln, wir sind für dich da, hören und sehen dich.
Du bist für uns ein wertvoller Mensch und nicht nur einer von vielen.
Dass wir es ehrlich meinen, authentisch sind und unsere Arbeit lieben, das merken sie, unsere Freunde auf der Straße.
Gerade wenn man so lebt wie sie, entwickelt man ein ganz besonderes Gespür dafür.
Da wir noch nach Wuppertal fahren wollten, verabschiedeten wir uns, fuhren noch einige uns bekannte Stellen in Hagen ab und weiter ging es dann.
Wir haben uns im Team auch immer viel zu erzählen, behalten dabei natürlich trotzdem die Umgebung im Blick.
So waren wir gefühlte 5 Minuten später in Wuppertal angekommen.
Dort suchten wir erstmal einen sehr gut Bekannten in seinem Wohnzimmer in einem Busch auf.
Auch dort bestand Gesprächsbedarf zusätzlich zur Stillung des Hungers.
Es steht ein Termin an und das Thema Wohnung möchte er dort ansprechen.
Aber da ist auch Angst.
Angst vor dem Neuen und auch vor der Gesellschaft, in die man sich dann unauffällig einfügen muss, um nicht gleich wieder Außenseiter zu sein.
Danach machten wir uns auf den Weg zu einer Meldung.
Es war nur die Rede von einer Matratze und Schlafsack in einem Hauseingang.
Nun trafen wir die Besitzerin.
Wir kennen sie schon lange, haben sie aber in letzter Zeit eher selten gesehen.
Sie saß dort mit einer Freundin.
Erstmal gab es zu essen und dann wurde erzählt.
Von Streitereien in der Notunterkunft, Unterstellungen und Gehässigkeiten untereinander, die einen weiteren Verbleib dort unmöglich machten.
Dann lieber auf der Straße...
Die Freundin hat zwar eine Wohnung, aber da fühlt sie sich nicht sicher.
Es gibt einen Exfreund, der sie stalkt und ihr das Leben zur Hölle macht.
So sitzen sie beide dort zusammen in der Nacht und stützen sich gegenseitig.
Solche Freundschaften sind so wertvoll!
Wir haben uns lange mit beiden unterhalten und zugehört.
Mit dem Versprechen, nun immer dort vorbei zu schauen, verabschiedeten wir uns.
Es war schon sehr spät und wir wussten, es gibt noch andere die unsere Hilfe brauchen.
Wir fuhren zu einem Platz, wo wir wissen, dass auch um diese Uhrzeit noch unsere Freunde der Straße dort anzutreffen sind oder auf ihrem Weg zu ihren Schlafplätzen dort vorbei kommen.
Kaum hatten wir geparkt, kam schon der erste Bekannte.
Und so ging es ziemlich schnell, dass wieder eine Menschentraube um uns herum stand.
Es wurden außer Essen und Trinken auch Socken und viel für die tägliche Hygiene benötigt.
Einer unserer bekannten Straßenmenschen brachte einen "Neuen" mit.
Ihn statteten wir ebenso mit allem aus, was man braucht, um auf der Straße die Nächte verbringen zu können.
Auch hier gab es wieder viel zu erzählen und wir hätten uns dort noch Stunden aufhalten können.
Aber es war spät und der Wecker klingelt früh.
Zumindest in dem Fall bei Andreas.
Also machten wir uns auf den Heimweg.
Es war gut, dass wir da waren bei denen, die auf unsere Hilfe, angewiesen sind.
Auf Menschen, die sich kümmern, ihnen etwas Zeit widmen und mit dem Herz dabei sind.
Gudrun, Andreas und Sabine vom Team Lichtschmiede e. V.