Manchmal hören wir einfach nur über einen langen Zeitraum zu und verstehen fast nichts.
Das ist auch nicht so wichtig, denn unser Gegenüber möchte oft nur ganz viel loswerden.
So war es auch an diesem Abend.
Ein Bekannter, der mit Sohn und Hund unterwegs war, erzählte in ganz gebrochenem Deutsch eine wohl traurige Geschichte, denn seine Mimik sprach Bände.
Wir bemühten uns nach Kräften, nickten und stimmten zu, wenn es scheinbar erwartet wurde.
Aber letztendlich...
In dem großen Rucksack, den wir ihm anboten, brachte er schießlich Schlafsäcke, Socken, Unterhosen und Getränke zu seinem Schlafplatz.
Das alles hilft beim Überleben auf der Straße, aber Reden ist mindestens genauso wichtig.
Auf einem Fahrrad rauschte ein anderer Bekannter an unser Auto.
"Mein Zelt ist zerstört worden und in die Notunterkunft kann ich nicht, weil ich im Schlaf so laut rede. Das kommt da nicht gut an."
Wir hatten ein Zelt im Auto und er hängte es überglücklich an sein Fahrrad.
Es schützt eben vor Kälte und Regen und in den "eigenen Wänden" kann man dann auch im Schlaf reden, ohne jemanden zu stören.
Während des Gesprächs mit einer ganz lieben obdachlosen "Freundin", die wir regelmäßig besuchen, erzählte sie eher beiläufig:
"Habe heute morgen beim Gassigehen mit meinem Hund das Piepen von Rauchmeldern aus einem Haus heraus gehört.
Das haben mir auch andere Leute bestätigt, die gingen aber einfach weiter.
Ich habe dann die Feuerwehr angerufen.
Da kam wohl auch Rauch aus einem Stockwerk."
Nachdem die Feuerwehr dann ihre Personalien aufgenommen hatte, sei sie gegangen.
Mehr wusste sie nicht.
So gut gemacht!
Sie hat nicht weggesehen, ist nicht weitergegangen, hat das nicht ignoriert.
Sie hat sich gekümmert!
Wir konnten an diesem Abend auch noch dem einen oder anderen helfen, obwohl es insgesamt eher ruhig war "auf der Platte".
Passt auf euch und andere auf.
Sabine und Monika vom Team Lichtschmiede e. V.