Am Montag ging es für Andreas und mich auf die Straße.
Wir sind damals bereits in einem anderen Verein öfter zusammen unterwegs gewesen und jetzt sind wir, wie der Zufall es will, wieder im selben Verein tätig!
Die Tour startete in Hagen.
Ein ehemaliger wohnungsloser Bekannter hatte uns kontaktiert und eine Person gemeldet, die ihm aufgefallen war.
Wenn ihr obdachlose oder bedürftige Menschen in Not seht, kontaktiert uns gerne unter 01 76 805 805 58.
Wir versuchen schnellstmöglich zu reagieren.
Er erwartete uns also bei seiner neuen Adresse und wir waren dankbar über die neuen Informationen.
Nach einem netten Gespräch sowie Terrinen und anderen Instantprodukten für ihn ging es für uns weiter zum Bahnhof.
Man merkt, die Temperaturen steigen und der Bahnhofsvorplatz war sehr belebt.
Wir konnten zwei bekannte Menschen antreffen und mit Essen und Getränken versorgen.
Eine Person, die aus der Haftanstalt entlassen wurde und bei einem Freund aufgenommen wurde, konnten wir mit einigen Basics wie zum Beispiel Isomatte, Schlafsack und Socken versorgen.
Am nächsten Stop trafen uns die Folgen von Drogenkonsum hart.
Ein obdachloser Mensch hatte sichtlich die Kontrolle über einige Körperfunktionen verloren.
Er wurde durch unser Eintreffen aufgeweckt und nahm gerne Terrinen und Süßigkeiten an.
Den Körper vergiften, dieses Thema sollte uns noch weiter durch den Abend begleiten.
In Wuppertal kamen tolle und tiefe Gespräche mit den uns bekannten Menschen zu Stande.
Wer Bedarf äußerte wurde natürlich umgehend mit Terrinen, Getränken und anderer Nervennahrung versorgt.
Doch wie so oft stellte sich auch an diesem Abend deutlich heraus, dass die geführten Gespräche mindestens genauso wichtig sind.
Empathie und Kommunikation auf einem Level ist mit das Wichtigste in der menschlichen Interaktion.
An dieser Stelle möchte ich betonten, wie froh ich bin, Teil eines so tollen Teams zu sein.
Mit Menschen zusammenzuarbeiten, die immer mit einem offenen Ohr und voller Tatendrang unterwegs sind.
Gift. Das Thema eines sehr langen Gespräches mit einer obdachlosen Person und uns.
Das Gefühl, vergiftet zu werden, und der Kontrollverlust über das eigene Leben standen hier im Mittelpunkt.
Lange hörten wir den Gedanken zu, versuchten Situationen einzuordnen und neue Gedankenanstöße zu geben.
Auf dem Weg zu einer nächsten Stelle fiel uns eine regungslose Person auf, die in einer Bushaltestelle lag.
Wir drehten um und nachdem wir feststellten, dass der Mensch kaum ansprechbar und deutliche motorische Aussetzer hatte, entschieden wir uns für den Anruf bei den Rettungssanitätern.
Bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte blieben wir bei dem Mann und waren froh, dass er im Anschluss gut versorgt wurde.
Viele Autos fuhren an dieser Hauptstraße einfach an dem Mann vorbei.
Bitte passt auf euch und eure Mitmenschen auf und geht mit offenen Augen durch die Welt.
Andreas und Rebecca