Hallo zusammen,
heute möchten wir euch einmal erzählen, wie wir uns bei der Hilfe gegenseitig unterstützen.
Hier ein Bericht der letzten drei Tage.
Aber fangen wir vorne an.
Zwei Personen, nach denen wir immer wieder schauen, saßen nun endgültig in der Klemme.
Sie hatten, um nicht auf der Straße schlafen zu müssen, ihr letztes Geld für ein Hotelzimmer ausgegeben.
Michael ("Niederwenigern hilft") hatte daraufhin den Kontakt zu einer Unterkunft hergestellt und so versuchten wir zusammen, die zwei dort hin zu bewegen.
Leider kamen sie am besagten Tag ca. 15 Minuten zu spät an dem zuständigen Amt an und die notwendigen Papiere konnten nicht ausgestellt werden.
Nun war guter Rat teuer.
Unsere Hoffnung lag bei Sabine ("Draußen ohne Bleibe").
Sie kennt in ihrer Stadt die Anlaufstellen und fuhr los, um nachzuschauen, was man noch tun kann.
Mittlerweile war es schon ca. 20 Uhr und die Möglichkeiten waren begrenzt.
Nichts desto trotz bekamen sie die Möglichkeit, in einer Notschlafstelle zu übernachten.
Leider waren sie mit der Situation überfordert und es kam zu Unstimmigkeiten, die dazu führten, dass das Angebot der Übernachtung zurückgezogen wurde.
Nun war das Chaos perfekt.
Nach einer Nacht auf der Straße versuchten sie wieder, leider erfolglos, ihre Angelegenheiten zu klären.
Ohne Hilfe war dies nur bedingt möglich.
Jetzt kamen wir wieder ins Spiel.
Nach Telefonaten mit der Suchtberatung, die ebenfalls involviert ist, und persönlichen Gesprächen mit Mitarbeitern der Notschlafstelle waren zwei Betten für die nächste Nacht gesichert.
Neuer Tag, neues Pech.
Erneut sprachen beide beim zuständigen Amt vor.
Leider waren heute, so teilte uns das Amt persönlich am Telefon mit, alle Entscheidungsträger auf einer Fortbildung.
So blieb für heute, wenn alles klappte, wieder "nur" die Notschlafstelle.
Wir drücken fest die Daumen, dass morgen das Amt wieder normal besetzt ist, dass die Papiere für die Notunterkunft erteilt werden.
Solche Aktionen sind nicht unser Alltag, aber sie kommen vor.
Hier konnten wir für uns sehr gut erkennen, wie schön Teamwork ist.
Da wir jetzt (gestern) schon einmal in Bochum waren, bat Sabine uns noch, nach einem älteren Herrn zu schauen, der ebenfalls auf der Straße lebte.
Dank der guten Beschreibung war er schnell gefunden und wurde mit heißem Essen und Getränken versorgt.
Wie gesagt, das ist gelebtes Teamwork.
Von dort aus ging es auf dem schnellsten Weg nach Hagen.
Hier warteten bereits die nächsten Hungrigen.
Wie sehr sich Menschen, die wenig bis nichts haben, über ein paar Terrinen freuen, ist unbeschreiblich.
Wir sagen Danke an unsere Freunde von "Niederwenigern hilft" und "Draußen ohne Bleibe" sowie an die Suchtberatung in Schwelm und die Notschlafstelle in Bochum.
Ein gutes Miteinander, was uns alle positiv in die Zukunft blicken lässt.
Gemeinsam werden wir noch Einiges bewegen können.
Euer Lichtschmiede e. V. Team