Hallo zusammen,
endlich ist es vollbracht.
Seit heute muss ein Herr nicht mehr auf der Straße schlafen.
Aber ganz von vorne...
Als wir den obdachlosen Herrn das erste Mal trafen, war es vom ersten Moment ein gutes Miteinander.
Leider mussten wir mit ansehen, was die Straße aus einem Menschen machen kann.
Der Herr kämpfte Tag für Tag, aber an einigen Tagen siegte die Straße.
Irgendwann kam die Zeit, da nahmen die Niederlagen überhand.
Zum Glück wollte sich der Herr aber nicht aufgeben.
Auch wir wollten nicht zusehen und schauten immer wieder nach ihm.
Selbst nachdem er, angekommen am Tiefpunkt, nicht mehr ganz so freundlich wie anfangs war.
Auch wenn es sich komisch anhört, aber in diesem Moment konnte man ihn wortlos nach Hilfe rufen hören.
Auch wir wollten ihn nicht aufgeben und suchten nach einer Wohnung für ihn.
Angetrieben durch die Hoffnung auf ein geregeltes Leben, gewann er immer mehr seiner täglichen Kämpfe.
Nach einigen Aufs und Abs ging er freiwillig in eine Klinik.
Dort bekam er die Hilfe, die er brauchte, um körperlich wieder fit zu werden.
Parallel zu alledem führten wir viele Telefonate mit potenziellen Vermietern.
Nachdem wir eine Hausverwaltung ohne Vorurteile gefunden hatten, ging die Arbeit erst los.
Die Bürokratie in diesem Land macht es wirklich niemandem leicht.
Die zuständigen Behörden waren kooperativ, aber zum Schluß sehr träge.
Eigentlich kaum vorstellbar, wäre er dadurch fast wieder auf der Straße gelandet.
Der Klinikaufenthalt war beendet, aber in die neue Wohnung konnte er noch nicht.
Leider dauerte es länger als geplant, bis alle Gelder geflossen waren.
Hier sprangen ein Vereinskollege und seine Frau ein.
Dort konnte der Herr so lange wohnen, bis alles geklärt war.
Danke lieber Thorsten, danke liebe Britta für euren selbstlosen Einsatz.
Unzählige Mails, Telefonate und WhatsApp Nachrichten später konnte er heute endlich den Schlüssel entgegennehmen.
Der erste Schritt in die Wohnung war sehr emotional.
Recht schnell flossen bei uns die ersten Freudentränen.
Die notwendigsten Sachen stehen jetzt schon in der Wohnung und der ersten Nacht in den eigenen vier Wänden steht nichts mehr im Wege.
Ein herzliches Dankeschön geht auch an die zuständige Hausverwaltung.
Besonders an die sehr freundliche und engagierte Frau L. H., die wir selbst an ihren freien Tagen immer erreichen konnten und die immer ein offenes Ohr für uns hatte.
Entschuldigt bitte, dass dieser Bericht so lang ist.
Dies hier ist schon die Kurzfassung.
Detailierter geschrieben wäre es genug Stoff für einen Roman.
Letztlich hat sich der Einsatz gelohnt und uns wieder gezeigt, dass jeder Mensch es wert ist, dass man für ihn kämpft.
Euer Lichtschmiede e.V. Team