01. Juni 2022

Eine Sache haben manche Menschen überhaupt nicht, wir dafür eine ganze Menge davon: Empathie

Hallo zusammen,
Feierabend auf Spätschicht bedeutete für Jan und mich auch gleichzeitig den Anfang unserer Tour. Nach dem Ende unserer regulären Arbeit, die, um die Brötchen zu verdienen, fuhren wir ab 22 Uhr eine späte Runde.
Von Gevelsberg über Ennepetal und Schwelm nach Wuppertal. Schon bei unserem ersten Halt wurde unser kleines Einsatzfahrzeug stark erleichtert. Kleidung, Rucksack, Campinglampe, kalte Getränke sowie etwas zu Essen zauberten ein Strahlen in das Gesicht von Thomas (Name geändert). Thomas erzählte uns, dass er am Vortag nichts zu Essen gehabt hatte. Selbst als er in seiner Not, getrieben von Hunger, einen Herrn, der vor einer Pizzeria saß, nach etwas zu Essen fragte, musste er zum wiederholten Male feststellen, dass viele Menschen emphatielos sind. Obwohl Thomas ein recht gepflegtes Erscheinungsbild hat, schickte der Herr ihn, kurz bevor er in seine Luxuskarosse stieg, weg. Leider ohne Essen. Nun ja, es ist wie es ist, aber heute geht er nicht hungrig ins "Bett".
Danach ging es eine Runde durch Schwelm und anschließend nach Wuppertal Vohwinkel. Dort sind wir immer mal wieder, weil wir von dort eine Meldung bekommen hatten. Bis dato scheint der Herr aber verschwunden zu sein. Nun ging es entlang der Wupper zurück Richtung Gevelsberg. Aber natürlich nicht, ohne alle bekannten Stellen zu kontrollieren und alle uns bekannten Personen zu besuchen.
Einige wollten nur quatschen, anderen reichte ein Kaffee. Natürlich gab es auch noch Schlafsäcke, Isomatten und weitere Terrinen.
In einem anderen Ortsteil, an unserem letzten Stopp, lagen zwei Herren auf dem blanken Boden. Einer hatte eine kaputte, viel zu kleine Decke, der andere Herr hatte nichts. Leider ist die Zuladung in unserem kleinen Einsatzfahrzeug begrenzt, so dass wir erst zum Lager hätten fahren müssen. Was wir auch ohne zu zögern machen wollten, als Jan die Idee kam, bei einen anderen Hilfeverein nachzufragen, den wir kurz vorher getroffen hatten. Gesagt getan ließen wir dort auch noch nach 1 Uhr das Telefon klingeln. Zum Glück waren sie auch noch unterwegs und konnten helfen.
So oder so, auf jeden Fall hätten die Herren noch ihre Schlafsäcke bekommen. Selbst wenn wir dafür nochmal zum Lager gefahren wären.
Jetzt, nachdem wir wieder einigen Menschen helfen durften, ging es nach Hause. Froh und glücklich, dass wir eins haben.
Gute Nacht, Jan und Andreas vom Lichtschmiede e. V. Team