Wie gestern versprochen, ging es heute Abend wieder raus.
Dieses mal begleitete mich Yvonne, für die das heute eine Premiere war.
Sie erzählte mir, dass sie schon seit heute morgen aufgeregt war.
Die Nervosität legte sich aber recht schnell und wir konzentrierten uns auf das Wesentliche.
Unser erstes Ziel war heute Bochum.
An einer mir bekannten Stelle stiegen wir aus und liefen eine kleine Runde.
Wir trafen auf einen älteren Herrn der zitternd mit einem leeren Becher in der Hand auf irgend etwas oder jemanden zu warten schien.
Auf jeden Fall brauchte er etwas Aufmerksamkeit.
Wir fragten ihn also ob wir helfen könnten und ob er Hunger oder Durst hätte.
Er konnte sich nur schwer verständigen, wir wussten aber nicht warum.
Er trug eine OP-Maske uns so konnten wir nicht erkennen was er für Probleme hatte.
Er folgte uns bis zum Auto und wir reichten ihm eine Terrine und einen Kaffee.
Jetzt nahm er seine Maske ab und wir konnten erkennen warum wir ihn kaum verstehen konnten.
Sein Unterkiefer war stark entstellt.
Trotzdem schaffte er es irgendwie seinen Kaffee zu trinken.
Beim Essen ließen wir ihn aus Anstand alleine.
Kurz bevor wir los wollten, bat uns noch ein weiterer Herr um einen Kaffee.
Sonst brauchte dort niemand mehr etwas.
An einem anderen Ort war man schon im Land der Träume und wieder woanders brauchte man nichts.
Einen mir bekannten Herren konnten wir an seinem Platz nicht mehr antreffen.
Da wir aber einen guten Kontakt zu einem anderen Obdachlosenhilfeverein in der Stadt haben, fragte ich dort nach.
Wir erfuhren das die Stelle geräumt worden war und der Obdachlose weitergezogen war.
Wir sollten aber noch die Info bekommen, wo wir ihn finden konnten.
Nachdem wir in Bochum alle uns bekannten Stellen kontrolliert hatten, ging es nach Witten und Hattingen, wo wir aber niemanden mehr finden konnten.
Aufgrund der Uhrzeit hatten sich scheinbar alle zurückgezogen und schliefen schon.
Das war dann auch unser Plan. So ging es für uns nach Hause. Dankbar und glücklich für ein warmes Bett.
Gute Nacht.......