16. November 2021

Zu erkennen, dass es Leute wie Du und ich sind...

Hallo zusammen,
ich möchte mich direkt schon einmal für den folgenden Text entschuldigen. Heute wird er etwas länger. Aber fangen wir wie immer ganz von vorne an... Nach einer krankheitsbedingten Auszeit war heute unser lieber Ulf wieder für uns fleißig. Die Magnettafeln, mit denen wir jedes unserer privaten Fahrzeuge kurzerhand in ein Vereinsfahrzeug verwandeln können, konnten heute abgeholt werden. So haben wir die Möglichkeit, unsere Autos wenigstens ein bisschen kenntlich zu machen. Vielen Dank dafür, #geUlft.
Anschließend ging es ein "wenig" einkaufen. Wir brauchten dringend wieder Terrinen. Da warmes Essen und Getränke zur Zeit wichtiger denn je sind, achten wir darauf, dass uns diese nicht ausgehen. Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, konnte es losgehen.
Heute war ich mit einem Freund verabredet. Alexander Frerichs musste sich jetzt schon sehr lange anhören, wie schön es ist, vor Ort zu helfen. Jetzt war die Zeit gekommen, wo er es einmal selbst erleben wollte. Das Gefühl, Gutes zu tun, die freundlichen Menschen zu treffen und zu erkennen, dass es Leute wie Du und ich sind, die Dankbarkeit zu spüren und zu guter letzt mit dem Wissen schlafen zu gehen, seine Freizeit sinnvoll genutzt zu haben. All das und noch viel mehr erlebt man, wenn man sich die Zeit nimmt und zuhört.
Schon beim ersten Halt konnten wir vier Menschen mit Kaffee und Terrinen helfen. Gleichzeitig sorgte unsere Anwesenheit für etwas Entspannung. Als wir uns den Vieren näherten, hatten zwei von ihnen Streit. Aber das kommt ja in den besten Familien vor. Die Lage drohte dann aber kurz zu eskalieren, zum Glück konnten wir beruhigend auf sie einreden. Die Hände voll Essen und Getränke sorgten letztendlich dafür, dass alle anderen Aktivitäten nicht mehr möglich waren. Die Gemüter beruhigten sich und alles war wieder gut.
Beim nächsten Stopp trafen wir auf zwei weitere obdachlose Menschen. Auch hier gab es etwas zu Essen und zu Trinken und etwas Süßes. Da dort schon die erste von zwei Thermoskannen leer war, wollten wir uns in einem Restaurant vorsichtshalber nochmal heißes Wasser besorgen. Durch den Tipp der zwei uns bekannten Obdachlosen gingen wir zu einer Pizzeria. Diese, so sagten sie uns, ist sehr hilfsbereit den Obdachlosen gegenüber. Diese netten Menschen wollten wir kennenlernen und wurden nicht enttäuscht. Anstandslos bekamen wir heißes Wasser.
Und während wir so plauderten bekamen wir Hunger. So bestellten wir uns auch eine Pizza. Da wir ja eine Weile gequatscht hatten und nun auch alle wussten, wer wir waren, durften wir unsere Pizza nicht bezahlen. Sie fanden es ganz toll, dass wir komplett uneigennützig unsere Zeit für die bedürftigen Menschen hergeben. Dieses Lob können wir nur zurückgeben. Wir wissen jetzt, wie viel ihr gebt, und das ist großartig. Danke liebes Team von Pizzeria Donatello, Herzogstr. 36, 42103 Wuppertal-Elberfeld. Nicht nur, dass eure Pizza wirklich sehr gut geschmeckt hat, man konnte sehen, dass sie auch mit Liebe gemacht wurde.
An einem weiterem Ort trafen wir endlich einen "Vermissten" wieder. Er war ein paar Tage im Krankenhaus gewesen. Jetzt war er wieder da. Auch hier gab es Kaffee, Suppe und Schokolade und ein langes Gespräch.
Es ist faszinierend, dass man sich auch um die Menschen Gedanken macht, die man doch eigentlich "nur" von der Straße kennt. Ist jemand weg und man weiß nicht wo, macht man sich Sorgen. Aber genau das ist es was uns antreibt. Jeder Mensch ist wichtig. Wir können bestimmt nicht die Welt retten, aber für den Einen oder Anderen können wir die Welt ein bisschen besser machen.
Als wir beim nächsten Halt aus dem Auto stiegen, wurden wir wie immer freundlich begrüßt. Zwei uns bekannte Herren freuten sich über Tee, Suppe und Handschuhe. Es folgte etwas Smalltalk, ernste Themen, aber auch lustige Erlebnisse sorgten dafür, dass der Wunsch noch mehr Zeit zu haben noch größer wird. Aber irgendwann muss man weiter.
Zu einer Stelle wollten wir doch noch... Dort angekommen, wollte der Herr langsam schlafen. Etwas Süßes nahm er dann doch noch, mehr aber auch nicht. So blieb es bei einer kurzen Stippvisite. Aber wir waren dort und wissen, dass es ihm gut geht. Danach sind Alexander - der einen tollen Job gemacht hat - und ich wieder nach Hause.
Gleich geht's ab ins Bett und morgen wieder an die Arbeit.
Gute Nacht, euer Lichtschmiede e. V. Team