28. Juni 2023

Plötzlich schritt ein Herr auf uns zu und fragte, was wir dort machen

Heute ging es wieder raus in die Nacht.
Es war diesmal etwas komplizierter, alle drei fahrtechnisch zusammen zu bekommen, da Hattingen und Wuppertal doch ein wenig weiter auseinander liegen. Aber das sollte kein Problem sein, da wir von Gevelsberg aus starteten und Björn mit dem Zug nach Gevelsberg gekommen war. Wir fuhren direkt nach Hattingen, pickten Yvonne auf und los ging es.
Der erste Halt war in Hattingen am Bahnhof, an dem wir aber keine bedürftigen Personen vorfanden. In den letzten Wochen hatten wir am Bahnhof wenig Kontakt und so setzten wir unsere Suche in Hattingen fort, leider erfolglos. Weiter ging es von Hattingen nach Hagen, wo sich genau das Gegenteil abspiegelte.
Kaum am Hauptbahnhof angekommen trafen wir auf Personen, die uns schon erwarteten. Wir hatten eine Verabredung mit einer Frau, die uns schon im Vorfeld telefonisch kontaktiert hatte, da sie neu in Hagen angekommen war. Es waren auch eine Handvoll neuer Gesichter, die wirklich ohne jegliches Hab und Gut unterwegs waren. Wir versorgten die Personen mit einer groben Erstausstattung zum Schlafen, Hygieneartikel, Rucksäcke sowie Sommerbekleidung und nahmen auf, was wir in der nächsten Touren einpacken müssen um den betroffenen Personen eine gute Möglichkeit zu gewähren, den Alltag zu bewältigen.
Es wurden Kaffee, Getränke und Suppen ausgegeben und wir tauschten uns mit allen aus, wie wir weiter helfen können um ggf. interessierten Personen wieder einen festen Wohnsitz zu beschaffen. Plötzlich schritt ein Herr auf uns zu und fragte, was wir dort machen.
Nach kurzer Erklärung spendete der Mann einen Betrag, um den Verein zu unterstützen. Das haben wir selten, aber der Abend sollte noch eine Überraschung bringen. Wir verabschiedeten uns und fuhren weiter durch Hagen zu mehreren kleinen Stellen, die uns bekannt waren. Teils mit und auch ohne Erfolg verließen wir Hagen und fuhren direkt nach Wuppertal Langerfeld.
Es ging zur Felswand, in der immer 2 - 4 Personen einen Unterschlupf hatten, der aber jetzt endgültig nicht mehr zur Verfügung steht, da dort einen Umbaumaßnahme der Stadt in der Umsetzung ist. Das Problem für Vereine wie wir es sind ist, dass wir den neuen Platz der Bedürftigen nicht wissen und nur über Informationen Dritter diese in Erfahrung bringen können. Weiter ging es über Wuppertal Barmen entlang der B7 bis zur Wuppertaler Uni.
Wir versorgten an mehreren Stellen die uns bekannten Personen und fanden einen neuen Platz mit einem jungen Herren. In der Elberfelder Innenstadt merkten wir, dass unsere Heißwasserversorgung nach 4 Litern zu Ende ging. Wir nahmen sofort den Weg zum Elberfelder Hauptbahnhof auf und fuhren auf den Vorplatz zum Kiosk, an dem wir im Notfall immer kostenlos heißes Wasser bekommen. An dieser Stelle auch mal einen herzlichen Dank an den Besitzer.
Elberfeld spiegelte fast den gleichen Zustand wie Hagen. Es waren viele Personen, die dankend Kaffee und eine heiße Suppe annahmen. Interessant für uns war, dass wieder eine Person auf uns zukam und fragte, was wird machen. Wieder kurz erklärt und der Mann spendete auch einen Betrag für den Verein – schön, dass es solche spontanen Menschen gibt.
Wir sprachen mit einigen Bedürftigen und es war eine ruhige und informative Runde für alle. Nach der Verabschiedung fuhren wir erneut in die Innenstadt zum Marktplatz und bekamen auch da, nach der ersten Grundversorgung der dort angetroffenen Personen, neue Plätze genannt, an denen ggf. bedürftige Personen sein könnten. Hier beendeten wir den Abend und machten uns auf den Heimweg. Ich kann hier nur als Abendanekdote mit auf den Weg geben, dass die Vereine und Organisationen immer auf Hinweise aller Missstände im Feld besser und konsequenter helfen können. Daher, wenn augenscheinlich Hilfe gebraucht wird, bitte anrufen. Tom