Diesem Vereinsmotto wurden wir denn auch ziemlich gerecht.
In der Nacht, am Schluss der Tour, hatten wir nur noch einen Bruchteil der mitgenommenen Lebensmittelvorräte an Bord.
Wir mussten sogar in einem Bistro am Bahnhof um heißes Wasser bitten, denn auch das war für etliche Terrinen, Kaffee und Tee verbraucht worden.
So viele obdachlose Menschen hatten sich über etwas Warmes gefreut bei dem nassen und kalten Wetter... wärmten sich die Hände an den heißen Bechern.
Aber auch Isomatten, ein Schlafsack, eine Plane, Schuhe und dicke Socken konnten helfen, das Straßenleben erträglicher zu machen.
Helfen mit dem, was zur Verfügung steht - direkt, ohne wenn und aber, schnell und flexibel.
Das ist der Sinn.
Die Schuhe gaben wir einem alten Bekannten, der unseren Verein kontaktiert und danach gefragt hatte, weil die alten nicht mehr zu retten waren.
Die Freude war groß, als er sie aus dem Karton holte - moderne blaue Sneaker, dazu noch zwei Paar hochwertige Socken.
Perfekt!
In der Innenstadt trafen wir zwei sehr nette obdachlose Frauen in Begleitung eines kleinen Hundes an.
Der Hund hatte leider nicht bei seiner Besitzerin in der Notunterkunft bleiben dürfen.
Dann hat man die Wahl: Hund abgeben oder gemeinsam mit ihm zurück auf die Straße.
Und nun lag sie da, neben ihrer obdachlosen Freundin, umgeben von Taschen, Rucksack, Hundedecke, Futter...
Und der Hund verteidigte sie durch lautes Bellen, als wir ankamen.
Die beiden freuten sich über Haribos und einen Tee.
Sabines Angebot, aus ihren Beständen beim nächsten mal noch einen wärmenden Mantel für den Hund mitzubringen, sorgte für große Begeisterung.
Wir unterhielten uns sehr lange, hatten viel Spaß zusammen.
Und dann plötzlich: Mitternacht.
Björn und ich steckten schnell und heimlich zwei Wunderkerzen an und schmetterten so gut wir konnten "Happy Birthday to you."
Mit diesem Geburtstagsständchen überraschten wir Sabine und sofort schlossen sich die beiden gutgelaunten Damen an.
Auf der Straße, gemeinsam mit den obdachlosen Menschen und im Team...
Wir wussten alle: schöner hätte dieser wichtige Tag für Sabine nicht beginnen können.
Bei unserer letzten Begegnung in dieser Nacht kam, wie schon so oft an diesem Ort, das Thema "Wohnung" auf.
Seit längerem spricht unser Bekannter diesen Wunsch aus, denn das Leben im Gebüsch... es zerrt sichtlich an seiner Gesundheit.
Wir können nur immer wieder Unterstützung anbieten bei den notwendigen Schritten, aber der entscheidende allererste Schritt heißt: entsprechende Hilfe annehmen und Pläne angehen.
Das ist das Problem.
Wir fuhren dennoch zufrieden nach Hause.
In Deutschland gibt es unzählige Vereine, die so oder ähnlich arbeiten.
Humanitäre Hilfe ist präsenter denn je und ich weiss, jedes einzelne Mitglied ist stolz darauf, ein Puzzleteil dieser umfassenden Hilfsangebote zu sein.
Nur gemeinsam ergeben wir ein großes und wirksames Ganzes.
Einen guten Start in die neue Woche wünschen
Sabine, Björn und Monika vom Team Lichtschmiede e. V.