08. Juli 2023

"Es ist schön, dass ihr für mich da seid. Ihr tut meiner Seele so gut."

Abends um 22 Uhr war es noch sehr heiß, als Björn und ich unsere Tour starteten.
Es sollte eine Nachttour werden: spät losfahren und mit Open End. Ganz in Ruhe wollten wir uns überall umsehen. Sehen, wo unsere Hilfe benötigt wird.
Ebenso natürlich auch die uns bekannten, inzwischen oft schon zu Freunden gewordenen Menschen der Straße besuchen. Das Vereinsauto war einschließlich der Rückbank vollgepackt. Mit im Gepäck reichlich kalte Getränke, damit wir die Kühlbox im Auto immer wieder auffüllen können. So fuhren wir Richtung Wuppertal und steuerten auch Plätze an, wo in der Vergangenheit Menschen gelebt hatten, die aber nun schon einige Zeit verlassen waren.
Es kommt immer wieder vor, dass ein Platz längere Zeit leer bleibt, dann aber dort wieder jemand sein Lager aufschlägt. So schauen wir auch dort in unregelmäßigen Abständen nach. Wenn man dann wieder einen Bekannten antrifft, gibt es jedes Mal ein großes Hallo. Aber in der heutigen Nacht trafen wir an keinem der Plätze jemanden an.
Überall war noch viel los. Die Menschen zog es nach der Hitze am Tag nach draußen und es war ja auch Samstag später Abend. In Wuppertal angekommen fuhren wir als erstes zu einer uns gut bekannten jungen Frau. Wir freuen uns immer sehr, wenn es ihr gut geht. Trotz aller Sorgen, die sie hat, empfing sie uns sehr fröhlich. Und es gab wieder viel zu erzählen bei kaltem Getränk und Terrine. Aber auch der Spaß kam nicht zu kurz. Es ist so wichtig, auch gemeinsam lachen zu können. Mal für eine kurze Zeit das ganze Drumherum vergessen und zu lachen und rumzualbern. Als wir uns dann verabschiedeten, sagte sie zu uns: "Es ist schön, dass ich weiß, ihr seid für mich da. Ihr tut meiner Seele so gut."
Weiter ging es in Richtung Stadt. Schon an der nächsten Kreuzung sahen wir den nächsten Bekannten winken. Also schnell das Auto geparkt und auch ihn mit dem versorgt, was er benötigte. Er brauchte noch dringend ein T-shirt, Unterhosen und Socken. Die Socken und das T-Shirt wurden gleich an Ort und Stelle noch angezogen. Endlich das verschwitze Zeug ausziehen, meinte er. Nachdem wir auch mit ihm noch so einiges erzählten, ging es weiter.
Je näher wir Richtung Innenstadt kamen, desto mehr fielen die vielen Menschen auf. Es war nun schon nach 00 Uhr, aber ein Trubel in der Stadt wie am Nachmittag. Nach und nach, an den verschiedensten Plätzen, konnten wir unsere Freunde der Straße versorgen. Wir führten in dieser Nacht lange Gespräche. Es gab viel zum Nachdenken, aber auch zum Lachen. Genau das macht unser Ehrenamt aus. Wir wissen nie was uns erwartet, wenn wir eine Tour starten. Auf was wir uns einstellen müssen. Aber wir wissen, dass wir immer mit dem guten Gefühl nach Hause fahren, zwar nicht die Welt gerettet, aber für einzelne Menschen die Nacht etwas erhellt zu haben. Passt gut auf euch auf. Björn und Sabine vom Team Lichtschmiede e. V.