08. Januar 2023

Ein Herr sang Gudrun dann sogar ein Ständchen

Hallo zusammen,
etwas verspätet aber er kommt. Manchmal ist halt der Wurm drin.
Heute traf ich mich mit zwei Interessenten. Nach je einem langen Telefonat hatten wir uns für diesen Sonntag verabredet. Gudrun und Thomas möchten ihre Zeit auch gerne für die gute Sache einsetzten.
Gesagt, getan. Nachdem ich beide abgeholt hatte, machten wir uns als erstes auf den Weg nach Hagen. Dort trafen wir zwei alte Bekannte. Während wir beide versorgten, kamen immer mehr Menschen dazu. Gudrun und Thomas hatten keinerlei Berührungsängste und waren sofort aktiv bei der Sache. Ein Herr sang Gudrun dann sogar ein Ständchen. Schon komisch was man so alles erlebt.
Als wir an dieser Stelle dann alle satt hatten, machten wir uns auf den Weg zum Hauptbahnhof. Auch hier gab es reichlich zu tun. Angefangen bei einem Herrn, der nur eine Decke hatte und dem sichtlich kalt war. Gudrun hatte aber einen Schlafsack mitgebracht, den sie ihm auch umgehend über die Beine legte. Zudem bekam er, wie die anderen auch, Essen und heiße Getränke, Nachtisch, Süßigkeiten und Kaltgetränke. Es war richtig was los in Hagen, so dass wir, bevor wir nach Wuppertal fuhren, einen Zwischenstopp am Lager machten, um unsere Vorräte wieder aufzufüllen.
In Wuppertal hingegen war es etwas ruhiger als gewohnt. Aber auch hier konnten wir wieder einigen Menschen helfen. Ein Herr lag nur auf einer Isomatte. Keine Decke oder irgendwas in dieser Richtung. Er bekam neben Essen und Getränken noch einen Schlafsack und einen Rucksack. Jetzt kann er den Schlafsack verstauen und ihn mitnehmen.
Da wir verbotenerweise auch ein Stück in die Fußgängerzone gefahren sind und die Polizei uns gesehen hat, kam es noch zu einem außerplanmäßigen Zwischenstopp. Nachdem die netten Herren der Wuppertaler Polizei aber erkannt hatten, dass wir ein Hilfeverein sind, kontrollierten sie nur unsere Papiere und ließen es bei einer mündlichen Verwarnung. Vielen Dank.
Von Wuppertal ging es dann nach Schwelm, wo wir noch eine Stelle kontrollieren wollten. Hier trafen wir aber niemanden an. Alles in allem ein guter Abend. Was wir definitiv geschafft haben ist, das Bild, das Gudrun und Thomas über obdachlose Menschen hatten, positiv verändert zu haben. Sie waren überrascht, wie nett alle waren und wie unkompliziert der Umgang mit ihnen war. Es hat ihnen definitiv viel Spaß gemacht. Jetzt müssen sie entscheiden, ob die Touren, die bis in die Nacht hinein gehen, das Richtige für sie sind. Warten wir es ab.
Gute Nacht, Gudrun, Thomas und Andreas vom Lichtschmiede e. V. Team